
Normalerweise nimmt man an, dass ein großes Portfolio mit guten Patenten einen fortlaufenden Gewinn generieren sollte, was jedoch, einer neuen Studie zufolge, nicht immer der Fall ist.
Seit 17 Jahren ist IBM Spitzenreiter bei der Anzahl von bewilligten Patenten. Jedoch Ocean Tomo, einer von BusinessWeek geleiteten Studie, zufolge ist das kleinere Patentportfolio von Microsoft 3,3 mal mehr wert, als das von IBM. Augenscheinlich ist die blanke Anzahl der Patente nicht ausschlaggebend.
Der Studie zufolge nimmt IBM nur den achten Platz beim „Ideenreichtum“ der Patentsammlung ein, Microsoft jedoch ist auf Platz eins. Das alles obwohl IBM seit fünf Jahren Patentkönig ist.
Interessanterweise nehmen Firmen, die man für innovativ halten würde, niedrigere Plätze ein, z.B. 3M auf dem 13. Platz und Apple auf Platz 21. Man wird es kaum erwarten, dass Hewlett-Packard erfinderischer als General Electric ist, jedoch nimmt HP den vierten Platz ein, während General Electric sich mit dem 23. Platz begnügen muss.
Patente sind für Firmen auf verschiedene Weisen wertvoll. Investitionen in Forschung und Entwicklung führen zu neuen Technologien, die in neuen Produkten eingesetzt werden können, oder auch an andere Firmen ertragreich verkauft werden können. Der Lizenzverkauf ist für Qualcomm die Haupteinnahmequelle. Im November kündigte Samsung an 1,3 Milliarden USD für Rechte an der von Qualcomm entwickelten Mobilfunktechnologie zu zahlen. Firmen, die bahnbrechend agieren und neue Wege ausarbeiten, können komplett neue Industriezweige erschaffen. Apple zum Beispiel hat eine riesige neue Geschäftsausrichtung für sich( und auch andere Firmen!) mit seinen Produkten wie z.B. iPod und iPhone erschaffen.
Quantität und Qualität
Derweil ist es wichtig anzumerken, dass die Qualität der Patente sowie deren Erlöspotential wichtiger sind als die bloße Anzahl, dennoch sollte man Firmen wie IBM nicht pauschal abtun. Eine herausragende Menge an Patenten öffnet einer Firma viele Möglichkeiten.
Wenn man sich Firmen anschaut die Neuerungen vornehmen und große Erträge einfahren, dann sollte man auch ein Auge darauf werfen wie viel diese für Forschung und Entwicklung (F&E) ausgeben, um auch hier einen Maßstab zu bekommen. Ein einfacher Blick auf den Posten F&E in der Gewinn- und Verlustrechnung, geteilt durch den Gesamtgewinn, somit kann man die Ausgaben einzelner Firmen ins Verhältnis zur Konkurrenz setzen:

Patente in der Perspektive
Der obigen Tabelle zufolge spiegeln die Ausgaben für F&E und deren Prozentsatz am Gesamterlös nicht vollständig den Ideenreichtum der Patente. Im Vergleich scheint Apple wenig zu investieren, jedoch deutet der hohe Prozent der Forschungsausgaben von Qualcomm daraufhin, dass für diese Firma der Bereich F&E und die daraus resultierenden Patente von immenser Bedeutung sind.
Wenn man die F&E-Ausgaben einer Firma näher unter die Lupe nehmen will, sollte man auch darauf schauen wie viele neue Produkte oder Serviceleistungen diese jedes Jahr anbietet. Eine Firma die ein großzügiges F&E-Etat hat, welches sich jedoch nicht in profitablen Ergebnissen widerspiegelt, das könnte auf eine fragliche Ausgabe hindeuten.
Welche Firmen mit vielen Patenten sind eure Anlage-Favoriten? Welche Firma sollte eurer Meinung nach mehr für F&E ausgeben? Teilt in den Kommentaren mir eure Meinungen mit.


Kommentare
Patente sind das neue Erdöl unserer postindustriellen Wirtschaft
Genau so wie die ganzen Lizenzen der Musik- und Filmindustrie
Auf welche Studie beziehst du dich denn?
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