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BenQ

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Taiwan ist ein kleines Land vor der Küste Chinas mit einer turbulenten Geschichte. Nachdem die Republik China den Bürgerkrieg gegen die Volksrepublik China verlor, zog sich die ehemaligen Eliten der Republik China auf die Insel Taiwan zurück und errichteten eine Diktatur, die sich jedoch am Anfang des 21 Jahrhunderts zu einer Demokratie wandelte.

Ebenso wandelte sich die Wirtschaft. Vom Produzenten von Zucker und Lieferant für Früchte zu einem Industriestandort. Zunächst stand das Siegel "Made in Taiwan" für Billigprodukte die keine lange Lebensdauer hatten. Doch wandelte sich das Verständnis mit der Zeit und steht heute für Hightech aus Asien. Zwei Unternehmen stehe besonders für diese Entwicklung, Acer und BenQ. Beide Unternehmen gehören zu den größten Elektronikkonzernen der Welt.

Die BenQ Group hieß ursprünglich Acer Peripherals und wurde 1984 gegründet. Es ist eine Tochterfirma von Multitech, die heute unter den Namen Acer bekannt ist. Seinen heutigen Namen erhielt das Unternehmen 2001. Wobei BenQ nicht nur der Firmenname ist, sondern gleichzeitig den Slogan der Firma wiederspiegelt: "Bringing Enjoyment and Quality to Life". Das Unternehmen selber beginnt seine Firmengeschichte erst nach der Umbenennung im Jahr 2001.

Es ist mittlerweile das größte Elektronikunternehmen in Taiwan und hat in seiner Geschichte bewiesen, dass es neue Technologietrends frühzeitig erkannt und umgesetzt hat. Dafür Investiert das Unternehmen rund 4 Prozent seines Umsatzes in die Forschung. Nach eigenen Angaben ist es das Ziel vonBenQ Geräte zu bauen die Spaß machen, in denen man immer wieder etwas neues entdecken kann und die trotzdem einfach zu bedienen sind. Das Unternehmen erwirtschaftete 2008 einen Gewinn von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. 

Der Hauptsitz des Industriekonzern befindet sich in der Hauptstadt Taiwans, in Taipei. Es produziert alle möglichen Arten von Peripheriegeräten, aber auch Einzelsystemlösungen. So umfasst die Produktpalette Monitore, Beamer, Computerlaufwerke, Massenspeicher und Eingabegeräte, wie die Computermaus und die Tastatur. Als Einzelsysteme lassen sich Digitalkameras, EbookReader, komplette Computer, Technologien für die mobile Kommunikation und die Breitbanddatenübertragung nennen. Seine Produktionsstandorte sind überwiegend in Asien angesiedelt ( Taiwan, Malaysia, China ) und einen Standort in Mexiko. Es beschäftigt weltweit ungefähr 1.300 Menschen und verkauft seine Produkte in 100 Ländern.

Wenn alle Tochterunternehmen eingerechnet werden, arbeiten sogar ca. 53.000 Menschen direkt oder indirekt für das Unternehmen. Derzeit ist die Firma der zweitgrößte Produduzent von LCD Bildschirmen weltweit, erfolgreicher in diesen Sektor ist nur Samsung. Besonders in Asien ist das Unternehmen in vielen Bereichen Marktführer. Seinen Erfolg verdankt hat das Unternehmen vor allem seiner sehr breiten Produktpalette, die Investitionen in neue Technologien, aber auch die Kooperation mit anderen Unternehmen, wie zum Beispiel mit Philipps 2003.

Das Unternehmen besitzt Niederlassungen auf allen Kontinenten. So auch in Europa, die wiederum untergliedert sind. So gibt es unter anderem BenQ Deutschland, mit Sitz in Hamburg. Die Niederlassungen dienen vor allem für den schnellen und einfachen Kontakt mit dem Kunden. Neben diesen Niederlassungen gibt es 16 Tochterfirmen, die überwiegend für die Produktion von Einzelkomponenten, aber auch für die Forschung zuständig sind. So ist die Cando Cop. Für die Entwicklung und Produktion von Touchscreens und Elektronischen Bilderrahmen zuständig.

BenQ versuchte in Deutschland in das Handygeschäft einzusteigen. Dafür gründete das Unternehmen 2006 BenQMobile GmbH & CO OHG mit Sitz in München, das vorübergehend fast 7000 Mitarbeiter beschäftigte und somit viel größer als sein Mutterkonzern war. Der Versuch endete jedoch in einem Fiasko und einen gewaltigen Imageschaden. BenQ Mobile verhandelte mit Siemens über die Übernahme der Mobilfunksparte von Siemens. Schon im Vorfeld gab es Kritiker die bezweifelten das BenQ Mobile in der Lage wäre die Produktionsstandorte zu finanzieren. Die Tochterfirma begann danach mit der Rationalisierung der übernommenen Werke. Ein Werk in Dänemark wurde verkauft und in Deutschland wurden Stellen abgebaut.

Als das Unternehmen 2006 keinen wirtschaftlichen Erfolg verzeichnen konnte, gab der Mutterkonzern bekannt das Unternehmen nicht weiter zu unterstützen. Aufgrund des kleinen Stammkapitals von gerade einmal 25.000 Euro musste BenQ Insolvenz anmelden. In der folgenden Zeit fand sich kein Käufer und das Unternehmen wurde 2007 komplett zerschlagen. Der Mutterkonzern geriet weiter unter Druck, da er vor der Bekanntgabe der Pleite über 500 Millionen Euro vom Tochterunternehmen auf seine Konten transferiert hatte. Dadurch sahen sich vor allem diejenigen bestätigt, die meinten BenQ hatte niemals vor die Handysparte zu retten. Danach verlagerte das Unternehmen seine gesamte Handyproduktion nach Asien und baut mithilfe der erworbenen Siemenspatente bis heute Mobiltelefone. Auch für Siemens hatte der Verkauf ein Nachspiel.

Die ehemaligen und mittlerweile Arbeitslosen Beschäftigten verklagten Siemens. Sie fühlten sich unzureichend über den Verkauf informiert und dem sehr geringe Stammkapital des neuen Besitzers. 800 Angestellte schrieben nach der Insolvenz einen Widerspruch zur Übernahme ihrer Verträge durch BenQ und sahen sich somit weiterhin als Angestellte vom Siemenskonzern. Das Gericht gab den Klägern recht, da sie unzureichend informiert waren, gab es keine Widerrufsfrist, die hätte eingehalten werden müssen.

Neben dem Imageverlust schrieb das Unternehmen 2006 rote Zahlen. Doch es konnte sich schnell wieder erholen. Es wird in den nächsten Jahren versuchen seinen Einfluss auf den europäischen Markt zu vergrößern. Dies ist bereits erkennbar durch eine größere Palette an Digitalkameras die vor kurzem angekündigt worden sind. Weiterhin wird es seinen Motto treu bleiben, Geräte zu bauen die Spaß machen. So soll der neue Monitor XL2410T speziell für die Anforderungen von Computerspielern konstruiert worden sein und beinhaltet viele neue Funktionen.

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17. Feb 2011, 03:00

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