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Kann das neue Hewlett Packard Tablet perfekt werden?

Kann das neue Hewlett Packard Tablet perfekt werden?

Anfang des Jahres kündigte Hewlett Packard in San Francisco die Veröffentlichung des iPad-Konkurrenten „HP Touchpad“ an. Zwar gingen viele Experten auch tatsächlich davon aus, dass der neue Tablet-PC des Unternehmens ein wahrer Erfolg werden könnte, dennoch sorgt Unternehmens-Chef Leo Apotheker mit einer Aussage für Erstaunen. Er gab zu bedenken, dass es für das kommende TouchPad nur eine einzige Regel gibt: Es muss perfekt sein.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob überhaupt ein „perfektes“ Tablet entwickelt werden könnte, zumal die Geschmäcker der Konsumenten oftmals sehr unterschiedlich sind. Fest steht auf jeden Fall, dass es sich bei dem Gerät um das erste Tablet mit dem mobilen Betriebssystem WebOS handeln wird. In gewisser Weise sorgt die Aussage des CEOs für einen fahlen Beigeschmack, zudem bereits die Verantwortlichen von RIM ihr Playbook vor dem Release in höchsten Tönen lobten. Vernichtende Kritiken und geringe Verkaufszahlen waren schlussendlich das Ergebnis dieser Prahlerei. Auch wenn das Beispiel Playbook eindrucksvoll gezeigt hat, dass zu viel Selbstlob auch nach hinten losgehen kann, bleibt Apotheker weiter optimistisch. Laut seiner Aussage wird Hewlett Packard kein Tablet auf den Markt bringen, sofern dieses nicht perfekt ist.  

Via Twitter versuchen nun mittlerweile diverse HP-Sympathisanten den Kommentar des CEOs ein wenig zu relativieren. Dort ist nun immer wieder davon die Rede, dass Apotheker „vollständig“ anstelle von „perfekt“ gemeint hätte. Unabhängig davon, was wirklich damit gemeint war, zeigt diese Aussage die allgemeinen Probleme sämtlicher Tablet Hersteller auf. Während sich viele Tablet-Entwickler schon im Vorfeld mit Ruhm überschütten, geht Apple konsequent seinen Weg und hat damit mit dem iPad das mit Abstand erfolgreichste Tablet in seinen Reihen.  

Mit dem TouchPad wird HP seinen zweiten großen Angriff auf den Tablet Markt starten (mit Ausnahme früher veröffentlichter Windows-basierter Tablet-PCs). Mit dem ersten Modell – dem Windows 7-basiertem HP Slate – war das Unternehmen von einem „perfekten“ Tablet noch meilenweit entfernt. Zum jetzigen Zeitpunkt verlieren die Verantwortlichen aber kein Wort mehr über frühere Geräte. Der ganze Fokus liegt nun an der optimalen Umsetzung des HP Touchpads. 

Mit dem Release des neuen Tablets startet für das Unternehmen unterdessen auch eine neue Ära. Immerhin wird dies das erste Mal sein, dass Hewlett Packard nicht auf eine der Microsoft Plattformen zurückgreifen wird. Dennoch will der Konzern nichts von einem Ende der Zusammenarbeit wissen. Wie die Führungsetage bestätigte, wird Microsoft auch in Zukunft ein starker und wichtiger Partner bleiben. Allerdings müssen sich wohl beide Seiten eingestehen, dass in den nächsten Monaten noch größere Veränderungen anstehen werden, die sich in gewisser Weise auf die Partnerschaft auswirken werden. 

Wie auch immer, bei einem nüchternen Blick auf die Funktionen und Ausstattung des HP TouchPad ist auf jeden Fall großes Potential erkennbar. Was den Prozessor betrifft, setzt das Unternehmen auf eine Qualcomm Snapdragon APQ8060 mit zwei Kernen á 1,2 GHz sowie einem zusätzlichen Grafikchip. Damit sieht sich Hewlett Packard in diesem Bereich ganz klar gegenüber dem Apple-Tablet im Vorteil. Die meisten Tablets mit starken Rechenleistungen haben dafür leider häufig das Problem einer mangelnden Akkukapazität. Bei einer durchschnittlichen Beanspruch sollte das Gerät etwa zwischen 9 und 10 Stunden ohne Stromversorgung auskommen. Im Vergleich mit der Konkurrenz auf jeden Fall ein ziemlich guter Wert.

Auch die weitere Ausstattung – bestehend aus einer 1,3 Megapixel Frontkamera, Bluetooth 2.1 + EDR, Stereo-Lautsprecher, eines MicroUSB-Ports, ein Host-USB, Ausgänge für Kopfhörer und  ein Mikrophon  - zeigt sich ziemlich gut. Als Kritikpunkt ist auf jeden Fall die übliche Kamera auf der Rückseite zu erwähnen, die beim HP TouchPad gänzlich weggelassen wurde. Ebenso sucht man auch einen Kartenleser bei dem Tablet vergeblich. Abgesehen von der Leistungsfähigkeit des Tablets wird wohl auch die Verfügbarkeit von guten Apps eine entscheidende Rolle spielen. Mit derzeit 7.000 webOS Apps  hat Hewlett Packard aktuell noch einen ziemlich großen Rückstand auf die großen Konkurrenten Apple und Google Android aufzuholen.  

Nach aktuellem Stand wird Hewlett Packard das TouchPad noch im Juni dieses Jahres in den Handel bringen. Das Gerät – welches in verschiedenen Ausfertigungen verfügbar sein wird – wird zu einem Preis zwischen 499 und 699 Euro zu haben sein.
Abschließend gilt es noch ein kurzes Fazit zu ziehen: Definitiv hat das HP TouchPad Chancen einige Marktanteile vom größten Konkurrenten Apple zu entführen. Viel wird aber davon abhängen, inwiefern sich das mobile Betriebssystem des Unternehmens gegen iOS und Googles Android behaupten können wird. Auch was die Applikationen angeht sollten die Entwickler einen Zahn zulegen. Falls Apotheker in seiner Stellungnahme tatsächlich ein „perfektes“ Tablet meinte, leidet der CEO wohl an Selbstüberschätzung. Zumal ein annähernd perfektes Gerät dieser Klasse zumindest eine Kamera auf der Rückseite sowie einen Kartenleser besitzen sollte.  

 

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3. Jun 2011, 16:24

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