
So schnell kann’s gehen. Wie HP gestern in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt gab, tritt Mark Hurd, CEO des Unternehmens, mit sofortiger Wirkung zurück. Der Grund: Scheinbar war der Chef des Konzernriesen in Ermittlungen wegen sexueller Belästigung gegenüber einer früheren Mitarbeiterin verwickelt.
Mit dieser habe der verheiratete Hurd eine Affäre geführt, bei deren finanzieller Fütterung er sich wohl nicht hat lumpen lassen. Das Geld kam dabei jedoch nicht aus der eigenen Tasche, sondern vielmehr aus dem Depot der Firma.
Mittels „Spesenabrechnungen“ wurde die Beziehung am Laufen gehalten. Die ehemalige Mitarbeiterin, die zuvor über zwei Jahre lang im Marketingbereich des Unternehmens gearbeitet hat, ging mit ihrer Anklage zur „sexuellen Belästigung“ schließlich in die Offensive, nachdem verdeckte Ermittler mehrere Zahlungsbelege fragwürdiger Herkunft entdeckt hatten.
Zwar konnte die Anklage nicht gehalten werden, dennoch befürchtet HP zu Recht einen bedeutenderen Image-Schaden für das Unternehmen. Nicht zuletzt hat der Chef mit seinem Verhalten einen massiven Vertrauensbruch dem Konzern gegenüber begangen. Hurd selbst zeigt sich einsichtig:
“[…] Ich bin mir darüber klar geworden, dass ich mich gegenüber den Unternehmensprinzipien und Standards – Vertrauen, Respekt und Integrität — nicht immer korrekt verhalten habe [...] Nach mehrmaliger Diskussion mit den Mitgliedern des Ausschusses, sind wir nun überein gekommen, dass ich meinen Platz räumen werde […] Nach meinen 5 Jahren bei HP ist dies zwar eine schmerzliche Entscheidung, aber […] ich glaube, das ist die einzige Entscheidung, die der Aufsichtsrat und ich in diesem Fall treffen können […]“ (aus der offiziellen Pressemitteilung).
Nach dem Abtritt des ehemalig so erfolgreichen CEOs, ist es nicht weiter verwunderlich, dass große allgemeine Verunsicherung herrscht. Die Rücktrittsmeldung hat auch die Investoren schnell erreicht. Momentan sind die HP-Aktien weltweit auf Abwärtskurs.
Wen wird HP nun an die Spitze stellen? Sowohl für interne, als auch externe Kandidaten sei man offen. Als Zwischenlösung soll zunächst die 51-jährige Cathie Lesjak das Ruder übernehmen, bis eine endgültige Lösung gefunden wurde. Inwieweit das Unternehmen tatsächlich einen größeren Schaden aus diesem Vorfall zu erwarten hat, bleibt in den nächsten Wochen abzuwarten.


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