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Spionage-Software: Werden Android-Nutzer tatsächlich überwacht?

Die Aufregung unter den Smartphone-Nutzern war ziemlich groß als bekannt wurde, dass auf tausenden Geräten mit dem Betriebssystem Android eine Spionage-Software namens Carrier IQ installiert ist. Das gleichnamige Unternehmen integrierte das Programm auf den Smartphones, ohne dass die Käufer vorab davon in Kenntnis gesetzt wurden. Selbst nach Bekanntwerden dieses Umstandes ist noch immer völlig unklar, welche Smartphone-Hersteller und Mobilfunkanbieter auf  diese Spionage-Software vertrauen und möglicherweise auch in den kommenden Monaten vertrauen werden. Kein Wunder also, dass unter den Nutzern große Unsicherheit herrscht. Andrew Coward – Vizepräsident des Spionage-Software-Entwicklers – versuchte den Kritikern mit einer offiziellen Stellungnahme den Kritikern ein wenig den Wind aus die Segeln zu nehmen.

Spionage-Software: Werden Android-Nutzer tatsächlich überwacht?Immerhin gestand er ein, dass das Unternehmen mit dem Programm wesentlich mehr Details von den einzelnen Geräten erfährt, als kurz nach der Bekanntgabe zugegeben wurde. Neben dem jeweiligen Standort des Smartphone-Nutzers werden auch die Inhalte von SMS sowie sämtliche Dateneingaben vernommen. Den Angaben des Vizepräsidenten von Carrier IQ zufolge, sollen diese erfassten Daten aber im Normalfall nicht abgespeichert werden. Eine Ausnahme kommt dann zustande, wenn das betreffende Android-Gerät abstürzt oder ein Telefongespräch unterbrochen wird. Damit will das Unternehmen den Nutzern verständlich machen, dass es sich im eigentlichen Sinn gar nicht um eine Spionage-Software handelt. Dennoch fühlen sich zahlreiche Nutzer mit Sicherheit ihrer Privatsphäre beraubt. Auf jeden Fall stellt sich in diesem Falle aber die Frage, weshalb die Software Carrier IQ eingehende und ausgehende Textnachrichten analysiert. Coward hatte auch hierzu eine passende, wenn auch nicht unbedingt verständliche Antwort parat. Proprietäre Tags sollen nämlich dazu genutzt werden können, einen Diagnose-Upload zu erzeugen.

Allerdings behauptet das Unternehmen, dass Der Text innerhalb einer SMS zu keinem Zeitpunkt gespeichert oder gar übertragen wird. Einen mehr oder weniger kleinen Kritikpunkt gibt es aber dennoch anzubringen. Die Spionage-Software erkennt nämlich auch die Telefonnummern von Empfänger und Absender und überträgt diese sogar. Wie Carrier IQ behauptet, dient dies aber in erster Linie zur Verbesserung des SMS-Service. Sofern ein Nachricht nicht beim gewünschten Empfänger ankommt, so kann durch die Übertragung genau ermittelt werden, wo die Schuld zu suchen ist.Die Entwickler des Unternehmens haben das Programm aber nicht aus Überwachungsgründen auf die Beine gestellt.

Carrier IQ selbst überträgt nur ausschließlich jene Daten, die von den jeweiligen Mobilfunkanbietern gewünscht werden. Schon alleine aufgrund dieser Tatsache sieht sich der Konzern nicht im Unrecht. Sofern überhaupt jemand die Nutzer über die Installation des Programms auf den verwendeten Gerät informieren muss, so seien dies die Mobilfunkanbieter. Zumindest ist dies die Ansicht der Verantwortlichen von Carrier IQ. Jene Daten, die von den jeweiligen Android-Geräten nicht in Echtzeit an die Server der einzelnen Mobilfunkanbieter übertragen werden, werden im gleichen Augenblick auch wieder gelöscht. Wie viele Daten von den einzelnen Nutzern weitergeleitet werden, lässt sich pauschal wohl nicht beantworten.

Carrier IQ hält jedoch fest, dass pro Gerät in der Regel etwa 200 KB pro Tag übertragen werden. Nur in äußerst seltenen Fällen soll es sich dabei um sensible Daten wie Telefonnummern handeln, beim Rest handelt es sich zumeist um Informationen zum Mobilfunknetz. Das Unternehmen möchte von den Android-Nutzern zumindest so wenig Daten wie möglich nutzen.  
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4. Dez 2011, 21:32

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