An der Stanford University hielt die Firma YCombinator vor einige Zeit ihre „Startup School“ ab, und ebenda enthüllte Andrew Mason, Gründer und Chef von Groupon, seine sechs Tipps für ein erfolgreiches Startup, oder, in seinen Worten:
polishing your turds and getting super rich (eigene Sch*ße aufpolieren und damit superreich werden)Groupon ist eins der heißesten Startups auf diesem Planeten. Die Firma hat Group-Buying in nur zwei Jahren zu einem weltweiten Phänomen gemacht und ist auf eine Größe von 1600 Mitarbeitern und einen Wert von über 1 Mrd $ gewachsen. Fast erscheint es, als sei dieser Werdegang Groupon und seinem Team vorherbestimmt gewesen.
Tatsächlich war der Weg zum Erfolg mit allerlei Hindernissen und Fehlschlägen gepflastert. Mason berichtete zuerst, wie Groupon aus einer anderen Firma hervorging, die an ihren eigenen überzogenen Ambitionen scheiterte.
Dies war ThePoint – 2007 von Mason höchstselbst gegründet. ThePoint ist eine Plattform für Spendensammelaktionen aller Art. Spendenwillige können dort eine bestimmte Summe und ihre Kreditkartendaten hinterlegen, aber das Geld wird erst dann übertragen, wenn ein vordefinierter Schwellenwert erreicht ist, etwa eine Mindestteilnehmerzahl der jeweiligen Kampagne oder eine Mindestspendensumme.
Mason war verliebt in die Vision hinter ThePoint: ein Brückenschlag zwischen individueller Initiative und kollektivem Handeln zu sein. Er dachte, die Plattform könne alles bewältigen: Von Spendenkampagnen für wohltätige Zwecke bis hin zu Bau von Antischneekuppeln über Chicago (das war tatsächlich eine Kampagne bei ThePoint). Er wollte den Menschen ein Werkzeug geben, durch kollektives Handeln Großes zu erreichen.
Um das Potential von ThePoint zu demonstrieren, startete Mason im Herbst 2008 ein kleines Blog auf WordPress mit dem Namen Groupon. Inhalt war nichts weiter als ein Widget, das über tagesaktuelle Rabattaktionen und Gutscheine informierte. Im Sommer 2009 bekam Groupon unerwartet großen Zulauf, also verlegten Mason und sein Team ihren Aktivitätsschwerpunkt schnell auf die neue Plattform.
Während also ThePoint immer nur am Boden herumdümpelte, schoss Groupon schnell in stratosphärische Höhen. Doch warum? Für den dramatischen Erfolgsunterschied der beiden Plattformen zählt Mason sechs Gründe auf. Er versteht das auch als Ratschläge an alle, die selber mit einer Firmengründung liebäugeln.
1. Erschafft ein Werkzeug, kein Kunstwerk. Mason rät davon ab, sich von seinen eigenen hochgesteckten Zielen blenden zu lassen, so wie es ihm mit ThePoint erging. Groupon konzentriert sich dagegen darauf, neue Kunden innerhalb von Sekunden am Haken zu haben.
2. Seid euch eurer Grenzen bewusst und akzeptiert sie.
3. Habt für den Erfolgsfall eine Erweiterungsstrategie parat.
4. Die besten Tools sehen nicht immer cool aus. Groupon verwendet eine einfach und universell einsetzbare Technologie, nämlich E-Mail.
5. Richtet euch auch auf ein Scheitern ein. Mason empfiehlt, ein wenig Angst davor im Hinterkopf zu behalten, damit sie einem hilft, sich der Realität zu stellen und optimale Entscheidungen zu treffen.
6. Hört rechtzeitig auf. Manchmal muss man eine liebgewonnene Idee auch loslassen.


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