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Bethesdas neue Anti-JRPG pro „Fallout: New Vegas“ Werbung

Der japanische Teil des Bethesda-Teams hat sich für die Bewerbung des neuen Action-RPG- „Fallout: New Vegas” was ganz „Besonderes“ ausgedacht: Warum machen wir uns nicht einfach über die RPGs aus unserem eigenen Land lustig und rücken so den neuen Titel des Unternehmens in besseres Licht?!

Bethesdas neue Anti-JRPG pro „Fallout: New Vegas“ Werbung

Auf dem Plakat, was so in Japan tatsächlich als Werbemittel eingesetzt wird, sehen wir eine junge Truppe resignierter, mürrischer japanischer Demonstranten, die mit ihren Protestschildern vermeintliche Japano-Rollenspiel (JRPG)-Eigenarten anklagt:

„Ein Spiel, in dem ich lediglich dem Szenario folge, ist wie ein Leben auf Schienen.“
„Warum sollte ich ein Spiel ein zweites Mal spielen, wenn sich ja an der Story doch nichts ändert?“
„Wann sind Spiele zu etwas verkommen, bei dem man nur Zuschauer ist?“
„Es wäre wirklich toll, wenn der Protagonist auch mal was anders zu tun hätte, als immer nur das Böse auszulöschen.“
„Der Spieler ist schwach. Der Feind ist schwach. Das ist viel zu bequem.“
„Ständiges Leveln ist der absolute Motivationskiller.“
„Das Setting ist festgelegt. Aber da drin kannst du dann machen, wozu du Lust hast.“
„Spiele setzen heutzutage viel zu sehr auf Fotorealismus.“

(von mir frei übersetzt nach der englischen Übersetzung aus dem Kotaku-Blog)

Nun kann man natürlich sagen, die Japaner bringen hier eine ordentlich Portion Humor mit und können auch mal über sich lachen. Ich muss zugeben, dass ich es selbst recht amüsant finde, wie mir die drollige Demonstrantengruppe auf dem Plakat entgegen tritt. Auf der anderen Seite finde ich es schade, wenn man sein Produkt nur bewerben kann, indem man ein anderes schlecht macht, das pauschal gesehen gar nicht schlecht ist. Obwohl die Kampagne beim derzeitigen JRPG-Image höchstwahrscheinlich gut ankommt: Hat das Spiel keine eigenen signifikanten Qualitäten, mit denen es punkten kann?!

Auch wenn es sicherlich einige Negativbeispiele gibt, denke man nur einmal an Serien wie Final Fantasy. Fans kaufen diese Titel, gerade weil sie es lieben, ihre Charaktere zu leveln, weil sie Zuschauer dieser epischen Stories sein wollen. Und nur „das Böse auslöschen“ muss man hier schon gar nicht. Vielmehr wird oft auf die klare klischeehafte Trennlinie zwischen Gut und Böse verzichtet. Genau diese wiederum findet man meiner Meinung nach viel öfter in westlichen RPGs.

Die Produzenten bekannter Reihen wie Final Fantasy, Dragon Quest & Co distanzieren sich übrigens selbst kräftig von einer Einordnung ihrer Games in das Genre JRPG, wobei wohl gerade diese zumindest das westliche Verständnis von JRPGs entscheidend geprägt haben. Bei einem solch schlechten Bild, was derzeit von JRPGs gezeichnet wird, möchte man verständlicher Weise einfach nicht „dazugehören“. Japanische Publisher plädieren für einen Aufbruch der strengen Kategorisierung in West und Japano RPGs.

Schämen müssen sich namenhafte JRPGs nicht, wie ich finde. Wie vieles auf der Welt ist das Ganze einfach Geschmackssache.

Eure Meinungen zum Plakat würden mich sehr interessieren. Was haltet ihr davon?
473 Mal gelesen
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6. Aug 2010, 23:50

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