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Catherine - Der Sex Schocker im Visier!

Catherine - Der Sex Schocker im Visier!

Der kleine aber feine und eher unbekannte Konzern Atlus, ist in unserer Heimat eher für die typisch japanischen Rollenspiele bekannt. Nun möchte das Unternehmen erste Wurzeln in einer Dating Simulation vermischt mit einer Art Puzzle schlagen. Der Titel Catherine hört sich erstmal sehr simpel und nichtssagend an, daher wird das Spiel näher unter die Lupe genommen, denn vielleicht verbirgt sich hinter der simplen Fassade, ein wahrer Knüller – oder es ist eines der vielen Spiele die nach dem anzocken links liegen gelassen werden sollten? Um auf diese Frage antworten zu können, bedarf es einer kleinen Inspektion, sodass Catherine in den nächsten Zeilen genauer unter die Lupe genommen wird und sich rauskristalisieren lässt, was den Entwicklern nun gut und was eher schlecht gelungen ist. 

Das Puzzle Element des Spiels ist überraschend gut geworden, doch bevor ein tieferer Einblick ins Geschehen geworfen wird, stellt sich noch immer die Frage wer ist der Protagonist und was soll dieser machen? Man spielt als Vincent und der Hintergrund der schrecklichen Höhlen die man durchforstet ist, dass die meisten Männer nie wieder – oder tot aufgefunden wurden – selbstverständlich ohne jede Spur und aus unerforschten Gründen. Es kommt heraus, dass viele Männer die unartig waren und/oder emotionale Probleme haben/hatten in diesen Höhlen landeten und nun aus eigener Kraft wieder aus dieser herausklettern müssen. Um die Sache einen Ticken schlimmer zu gestalten, haben die Entwickler auch noch die Tatsache mit eingebaut, dass die Albtraumhöhlen auch noch spucken und in den Höhlen jede Nacht gekämpft wird – Vincent bleibt selbstverständlich nicht verschont und muss sich nahezu jede Nacht gegen eine Vielzahl von geistigen Krüppeln behaupten.
 
Vincent muss also die Höhle hochklettern in der er gefangen ist und die einzelnen Gänge heil überstehen in denen er sich wiedergefunden hat. Wie soll er dies nun schaffen, fragt man sich an dieser Stelle. Ähnlich dem Arcade Klassiker Q*bert, muss Vincent Steine verschieben um dann in die nächsten Räume zu gelangen. So werden die großen Blocks verschoben, sodass der Puzzle Faktor hier stark dominiert. Ganz klar hat man nicht ewig Zeit sich mit den Felsblöcken auseinander zu setzen und auch in Catherine gibt es eine zeitliche Begrenzung. Um der ganzen Sache noch einen Ticken Schwierigkeitsgrad draufzuschmieren, gibt es verschiedene Typen von Blocks die man verschieben muss. Einige lassen sich nur mit großer Mühe und viel Zeitaufwand verschieben, da diese eben schwerer sind als die anderen. Andere wiederrum bestehen aus Eis und unser Held läuft Gefahr auszurutschen und muss dann alles wieder von neu machen ( wie der Gamer es eben liebt ).
Catherine - Der Sex Schocker im Visier!

Das Spiel 

Wieder andere Blöcke sind Fallen und steht man zu lange auf Ihnen drauf, so könnte es passieren, dass diese brechen und man findet sich schon wieder am Anfang des Levels wieder. Diese Problemchen werden sogar noch größer, wenn es auf zu den Bossen geht – was übrigens jede Nacht passieren kann (ingame). Unser Protagonist klettert um sein Leben und wehrt sich also gegen alle Bösen Gedanken und Gefühle, welche die ganze Geschichte nur erschweren. Alle Problemchen und im Spiel erwähnten Macken die Vicent hat aufzuzählen würde ewig dauern, aber man kann zusammenfassend sagen, dass er seriöse Probleme hat und nicht ganz klar kommt in seinem Leben. Um auf die Bosse zurückzukommen, kann gesagt werden, dass diese im Gegensatz zu den normalen Gegnern spezielle Fähigkeiten aufweisen, welche ganze Steinblöcke dazu auffordern können unseren lieben Vincent kaputt zu machen. 

Was Catherines Puzzles aber so unterhaltsam macht ist nicht nur der verwirrte Vincent, sondern die vielen Wege und Möglichkeiten diese zu lösen. Dabei ist es interessant zu erfahren, auf welch verschiedenen Stufen und Wellenlängen die Gehirne verschiedener Gamer funktionieren. Unsere Improvisationskünstler werden hier ihren Spaß haben. Dies soll nicht heißen, dass Catherine ein Spiel für Noobs ist, welches schnell und ohne Probleme gelöst ist. Fakt ist – die Rätsel haben es in sich und es ist ein ausgesprochen schweres Spiel. Der Entwickler und Publisher Atlus musste das Spiel vor dem Release sogar gezwungenermaßen leichter machen, da von Spieletestern kritisiert wurde, es sei zu schwer. Nichts desto Trotz, macht Catherine sogar in den schwierigsten Levels Spaß und dies merkt man an dem enormen Suchtfaktor der sich nach einigen mehreren Stunden Spielspaß bildet. Sogar das " nur noch ein letzter Versuch" – Gefühl, wie es bei Spielen mit Rätseln der Fall ist, kommt hier Super rüber und der Spieler hat tolle Erfolgserlebnisse, wenn er mal eines der schwierigeren Rätsel nach zig Versuchen endlich geknackt hat. In diesen Punkten kann das Spiel Catherine also gut punkten und enttäuscht keineswegs.  

Nicht nur die Puzzles sind gut und haben etwas eigenes – die ganze Atmosphäre die mit viel Liebe zum Detail deutlich gut rüberkommt, lässt die hässlichen und aktuelleniOs Puzzle Spiele genauso schnell wieder in den Papierkorb wandern, wie sie installiert wurden. Um bei der Story zu bleiben: Unser Vincent ist übrigens ein Softwareentwickler, welcher eine Freundin namens Katherine (dies ist eine andere C-/Katherine) hat. Sie fragt ihn im Laufe des Spiels, ob er sie heiraten möchte und erwähnt inmitten des Spiels, dass sie von Vincent schwanger ist. Noch mehr Drama und Verwirrung gehen nicht? Doch, hier schon. Vincent hat nämlich mit seinen Programmierer Freunden die ganze Nacht gesoffen und ist nun mit dieser anderen Catherine aufgewacht. Er wollte seine Katherine zwar nicht betrügen, aber etwas an dieser Catherine interessierte ihn wohl sehr. All das klingt sehr verwirrend wenn man es liest, es zu spielen ist jedoch noch verwirrender. Immerhin werden einige Fantasy Elemente in den finalen Kapiteln sehr bizarr dargestellt und auch sonst ist die gesamte Story keinem gesunden Gehirn entsprungen (eher genial verrückt). 

Realität — Game
Atlus hat selbstverständlich einige Szenen für das erwachsene Publikum vorbereitet und auch sonst spricht nichts gegen die " Sex sells " Regel. Dennoch haben es die Entwickler geschafft das Spiel eher erotisch, als billig zu vermarkten. Themen wie Liebe und Sexualität gehen also hier unter die Haut – ohne diese Themen jedoch ständig in den Vordergrund zu rücken, wie man es aus Titeln wie beispielsweise " Leisure Suit Larry" kennt. Sehr realistisch wurde hier auch der Protagonist umgesetzt, der ein einfacher Softwareentwickler ist, welcher nicht unserem stereotypischem Superman mit Muskeln und Supergehirn entspricht und einfach nur den Mist wider wett zu machen versucht, den er im Laufe seines Lebens angerichtet hat.  

Um Catherines allgemeines Spielgefühl beschreiben zu können, würden einige Vergleiche mit anderen Spielen sehr gut helfen. Es ist im Grunde genommen ähnlich wie Persona 3 und 4 ausgelegt. Jeder Tag startet damit, dass soziale Interaktionen gestartet werden müssen – man begibt sich in eine Bar um mit Freunden zu sprechen, oder einfach mal ein Arcade Spiel namens Rapunzel zu spielen. Dannach kommen einige Videosequenzen und die Nacht lang ist man wieder in den Höhlen und Albträumen gefangen. Im Gegensatz zu Persona 3 und 4 ist Catherine jedoch überraschenderweise kein Widerkäuer und nach einer ingame Woche gibt es immer wieder Überraschungen, sodass keine Routine Situationen provoziert werden. 

Catherine hat sogar ein moralisches Wahlsystem, sodass hier Aufgaben entstehen welche auf den Spieleverlauf Einfluss nehmen können, wie zum Beispiel eine Frage auf verschiedene Weisen beantworten zu können, mit der eigenen Freundin Catherine spät in der Bar sitzen zu bleiben – oder eben nicht; und auch scheinbar unschuldige Fragen von Freunden, welche am besten mit Bedacht beantwortet werden müssten. Das Game wurde sehr realistisch aufgebaut und die Interaktionen mit den Charakteren scheinen sehr durchdacht und man könnte sich auf die Illusionen durchaus positiv einlassen. Das einzig schlechte an diesem sehr realistischen Spiel ist jedoch das Karmameter welches eingebaut wurde und bei jeder "guten", sowie "schlechten", als auch "neutralen" Entscheidung auspringt und je nachdem welche Entscheidung gefällt wurde in eine andere Richtung weist. Super, denn damit ist die realistische Illusion zerstört und den Spieler wird dann doch noch (wahrscheinlich ungewollt) daran erinnert, dass es nur ein Spiel ist.

Catherine - Der Sex Schocker im Visier!

Das Spiel beeinflusst auch ein klein wenig den Spieler, denn Catherine ist als kleines Teufelchen gezeichnet worden, wohingegen Katherine ein blaues etwas darstellt, sodass Catherine als " schlechte " Wahl dargestellt wird und nicht als eine weitere und interessante "Alternative" im Spiel. So sind die Geschehnisse im Spiel doch leider an einigen Stellen zu offensichtlich und es wäre besser das Karmameter und die Teufelchen wegzulassen. Dabei haben nämlich die Gamer Veteranen leichtes Spiel und durchschauen in einigen Momenten das ganze Spiel und die Auswirkungen der einzelnen Handlungen. Entscheidungen die man nämlich im wahren Leben trifft und ihre Folgen – sind noch lange nicht so einfach zu deuten wie es in Spielen der Fall ist. Dies hätte das Spiel Catherine sehr gut widerlegen können, wenn doch das Wörtchen wenn nicht wär.  

Grafik und Sound
Atlus hat in seinen Spielen noch nie sonderlich viel auf Grafik geachtet, in diesem Game jedoch ist diese sehr überzeugend, Anime Shader sei Dank. The Animatrix und Halo Legends wurden von Studio 4C sehr schön in Szene gesetzt und auch bei Catherine sind diese Partner ihr Geld wert gewesen. Normalerweise funktionieren 2 verschiedene Modelle in Kombination nicht miteinander, oder es entstehen Fehler und Unannehmlichkeiten für den Spieler – in Catherine harmoniert fast alles miteinander. Das einzige Manko ist die Audio, die den Stimmen in den Videosequenzen zuviel, oder teilweise zuwenig Klang verleiht. 

Ein Pluspunkt wäre noch, dass es mehrere Enden und Spielverläufe gibt. So kann man das Spiel mehrere Male durchspielen und je nach Verhalten und Karmameter verläuft es meistens verschieden. Wer nun dachte Catherine gibt es nicht als Multiplayer hat sich wohl geschnitten: Ob man Babel (kooperativer Modus), oder Coliseum (versus Modus) anklickt, der Spaßfaktor wird mit Freunden um einiges ansteigen. Sollte jedoch einer der Spieler versagen und von einem der Türme fallen, verlieren beide das Spiel – dies könnte zu Streitigkeiten führen. Leider sind beide Spielevarianten im Multiplayer Modus nur über LAN spielbar und es gibt keine globale Gemeinschaft über PSN oder Xbox Live.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Catherine nicht jedem gefallen wird. Das heisst nicht das jeder es mal ausprobieren sollte, sondern nur diejenigen die „Erwachsenen Spiele" lieben diesen Teil ins Herz schließen werden, denn Catherine ist nichts für Kinder.  Catherine ist eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Routinegames und etwas wirklich einzigartiges und neues – verglichen was derzeit so gespielt wird – und das ist auch gut so.
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+3
7. Sep 2011, 14:25

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