
Mittlerweile ist es schon wieder mehr als drei Jahre her, dass das erste Abenteuer von Hexer Geralt von Rivia auf den Markt gebracht wurde. Seit 17. Mai 2011 ist nun auch der zweite Teil – The Witcher 2 – Assassins of Kings – im Handel erhältlich. Ohne das Spiel überhaupt einmal gespielt zu haben, lassen sich bereits die ersten Veränderungen erkennen. So haben die Entwickler von CD Project etwa angekündigt, dass im vierten Quartal des Jahres 2011 auch eine exklusive Xbox 360-Version veröffentlicht wird. Beim Vorgänger gingen die Konsolenspieler ja noch gänzlich leer aus. Ebenso gibt es bei der Altersbeschränkung eine kleine Veränderung. Während „The Witcher“ in Deutschland nur von volljährigen Spielern gekauft werden durfte, steht „The Witcher 2 – Assassins of Kings“ bereits Personen ab dem 16. Lebensjahr zur Verfügung. Nachdem die Entwickler von CD Project bereits im Vorfeld in den besten Tönen von ihrem neuen Spiel geschwärmt haben, zeigt der nachfolgende Test, ob das Action-Rollenspiel tatsächlich auch hält was es verspricht.
Nachdem im ersten Teil König Temeriens befreit wurde, sollte nun eigentlich alles Eitel Wonne sein. Dies ist aber ganz und gar nicht der Fall. Zwischen dem ersten beiden Teilen von „The Witcher“ ist in der Spielewelt nämlich gerade erst einmal ein Monat vergangen. Statt ausgelassen die Befreiung des Königs zu feiern, findet man Geralt zu Beginn des Spiels in einem verlassenen Keller gefesselt. Während so eine Sache für die ein oder andere Person mit speziellen sexuellen Vorlieben bestimmt spannend klingt, möchte der Hexer nur so schnell wie möglich fliehen. Wenige Momente später wird der arme Kerl auch schon einem strengen Verhör unterzogen. In diesen Szenen – die selbst gespielt werden können, jedoch noch nicht zum ursprünglichen Spiel gehören – wird man mehr oder weniger darüber aufgeklärt, weshalb Geralt nun hier gefangen gehalten wird. Ähnlich wie bei einigen anderen Spielen könnte der Beginn in „The Witcher 2“ für Neulinge ein wenig schwer fallen. Für Anfänger ist es nämlich nicht wirklich offensichtlich, welche Geschehnisse im ersten Teil von „The Witcher“ abgelaufen sind.
Die Entwickler haben in diesem Spiel wieder auf jene Attribute gesetzt, die den Vorgänger zu einem echten Verkaufsschlager gemacht haben. In kaum einem anderen PC-Spiel sind den Spielern so wenig Handlungen und Taten vorgeschrieben wie in „The Witcher 2“. Obwohl Geralt prinzipiell eigentlich relativ gute Taten vollbringt, ist er alles andere als der Schwiegersohn — wie er im Buche steht. Daher ist es in einigen Fällen auch möglich, Handlungen durchzuführen, die schon wieder an der Grenze des guten Benehmens liegen. Dies hat wiederum zur Folge, dass es es weit mehr als einen richtigen Weg gibt, um in „The Witcher 2“ an sein Ziel zu gelangen. Abhängig von den jeweiligen Entscheidungen, schließt sich Geralt des Öfteren mit anderen Begleitern zusammen. Bis es dann zum finalen Showdown kommt, gibt es für die Spieler keine festgelegte Story. Bevor es also dann tatsächlich ordnungsgemäß losgeht, muss erst noch die Einleitung absolviert werden. Diese dauert ungefähr 60 Minuten und dürfte sich für einige Spieler eher weniger spannend gestalten.
Anschließend beginnt das Abenteuer von Geralt in „The Witcher 2“ so richtig. Um ans Ende des Spiels zu gelangen, müssen die relativ umfangreichen Kapitel abgeschlossen werden. Spieler – die Handlungs- und Bewegungsfreiheit sehr groß schreiben – werden dabei vor allem mit den ersten zwei Missionen ihre wahre Freude haben. Hier können nämlich nahezu alle Entscheidungen und Wege selbst bestimmt werden. Anders präsentiert sich hier schon das dritte Kapitel. Hier erleben dann praktisch alle Spieler genau die gleiche Geschichte, da die Entscheidungsmöglichkeiten ziemlich stark eingeschränkt sind. Wenigstens bei den Gesprächen können individuelle Antworten ausgewählt werden. Dass sich in Kapitel 3 nicht mehr wirklich frei bewegt werden kann, hängt vor allem damit zusammen, dass der Endkampf auch in einer angemessenen Zeit erreicht wird. Dennoch kann die Spieldauer nicht wirklich als Kritikpunkt angesehen werden. Während des Spiels geht es ebenfalls ordentlich zur Sache, was die Vorstellungen von einer schönen und heilen Welt schon nach wenigen Minuten zerstören wird.
In dem Spiel kann man sein persönliches Aggressionspotential so richtig frei entfalten. Wer nicht als Robin Hood von „The Witcher 2“ durch die Welt gehen möchte, der kann Plünderer und Mörder durchaus bei ihren Aktionen unterstützten. Nachdem in dieser Welt ziemlich raue Umgangsformen herrschen, präsentiert sich logischerweise auch der Umgangston nicht wesentlich besser. In Anwesenheit kleinerer Kinder sollte das Spiel idealerweise nicht gespielt werden, da sich ansonsten ihr Wortschatz an Schimpfwörtern binnen kürzester Zeit drastisch erweitern wird. Abgesehen davon, kommen auch die körperlichen Auseinandersetzungen nicht wirklich zu kurz. Literweise Blut gehört ebenso zu „The Witcher 2“ wie abgetrennte Arme oder Beine. Jene Spieler, die bereits den Vorgänger gespielt haben, werden sich noch blendend daran erinnern können, dass Geralts Charakter kein wirklicher Gentleman ist. Dennoch schafft er es in regelmäßigen Abständen Frauen für ein kurzes sexuelles Abenteuer zu gewinnen. Selbstverständlich lässt sich der junge Mann auch in „The Witcher 2“ keine Chance nehmen, eine Frau abzukriegen.
In diesem Bereich haben die Entwickler aber ebenfalls Änderungen vorgenommen. Nachdem im ersten Teil lediglich irgendwelche Sticker verteilt wurden, wird es in diesem Abenteuer noch deutlich wilder. Dieses Mal können die Spieler nämlich sogar live dabei sein, wenn Geralt seine Lust auslebt. Jedoch hält sich dies alles in Maßen, so dass diese Szenen keinesfalls mit jenen eines Soft-Pornos verglichen werden können. Verbesserungen konnten die Entwickler ebenso bei den Kämpfen erreichen. Während beim Vorgänger Kämpfe mit größeren Gruppen aus Gründen der Unübersichtlichkeit beinahe nicht möglich waren, gestaltet sich dies in „The Witcher 2“ deutlich besser. Ab einer bestimmten Menge an Kämpfern scheint es aber weiterhin schwierig zu sein, dass das gesamte Kampfgeschehen im Blickfeld bleibt. Für einen möglichen dritten Teil der Spielreihe hat das Team von CD Project also noch durchaus Verbesserungsmöglichkeiten. Nachdem es sich bei „The Witcher 2“ schon durchaus um ein hochwertiges Spiel handelt, lässt sich dieses natürlich nicht auf allen PCs spielen. Nachfolgend ist eine genaue Auflistung zu finden, welche Anforderungen das jeweilige Gerät erfüllen muss, damit das Spielen mit Geralt auch so richtig Spaß macht:
Minimale Systemanforderungen:
CPU: Intel Core 2 Duo 2,2 GHz oder AMD-Äquivalent
RAM: 1 GB (Windows XP), 2 GB (Windows 7, Windows Vista)
HDD: 8 GB + 8 GB für Bonusmaterial
GPU: Nvidia Geforce 8800 mit 512 MB oder AMD-Äquivalent
Empfohlene Systemanforderungen:
CPU: Intel Quadcore oder AMD-Äquivalent
RAM: 3 GB (Windows XP), 4 GB (Windows 7, Windows Vista)
GPU: Nvidia Geforce 260 mit 1 GB oder AMD Radeon HD 4850 mit 1 GB


Kommentare
Kommentieren