
Traditionellerweise wird die E3 Spielemesse in Los Angeles bereits vor der offiziellen Eröffnung mit einigen Pressekonferenzen eingeläutet. Sämtliche Pressekonferenzen könnte man sich selbstverständlich auch via Livestream über das Internet ansehen. Da sich diese Übertragungen natürlich nach der aktuellen Zeit in Los Angeles richten, finden diese in der Regel spät Abends oder gar Nachts statt. Nachfolgend kann aber zumindest einmal nachgelesen werden, was sich so bei der Microsoft Pressekonferenz alles getan hat. Schon im Vorfeld wurde viel darüber spekuliert, dass das größte Augenmerk aufs Spielen und Zubehör für Kinect ausgerichtet sein könnte. Bereits vorab können wir sagen, dass sich diese Vermutungen letzten Endes doch bestätigt haben. Begonnen hat die Pressekonferenz aber dennoch ohne Kinect. Zum Start wurde nämlich ein Verantwortlicher von Infinity Ward auf die Bühne geholt, der stolz die neueste Ausgabe von Call of Duty präsentierte.
Wie schon bei den Vorgängern haben die Entwickler auch diesmal wieder voll und ganz auf eine ordentliche Schiesserei sowie herausragende Effekte gesetzt. Dass das Gameplay am Ende darunter gelitten hat, dürfte wohl nur die wenigsten Fans stören. In den Handel kommen soll das gute Stück dann voraussichtlich im November diesen Jahres. Nachdem dann alle Freunde des Shooter-Genres weitestgehend zufrieden sein dürften, kamen Leute von Crystal Dynamics auf die Bühne. Mit im Gepäck hatte der Publisher ein neues Spiel aus der Tomb-Raider Reihe. Dabei war bereits bei den ersten gezeigten Szenen zu erkennen, dass es sich hier wohl um einen Reboot handelt. Wurde Lara Croft in früheren Spielen zumeist als Männertraum mit ziemlich üppiger Oberweite gezeigt, präsentiert sich die gute Dame nun als verletzliches – aber dennoch gutaussehendes — Mädchen im zarten Alter von 21 Jahren. Im Vordergrund stehen auch diesmal wieder spannende Rätsel.
Den ersten bewegten Bildern nach zu urteilen, ist den Entwicklern hier ein wahres Meisterwerk gelungen. Dennoch gibt es noch einen Wermutstropfen zu verkraften: Nach aktuellem Stand ist die Veröffentlichung des Tomb Raider Spiels erst für April 2012 vorgesehen. Anschließend wurde es dann für alle Sport- und Kinect Fans interessant. Während die Motionssteuerung nun bis zum Ende der Konferenz im Vordergrund stand, betrat derweilen EA Sports die Bühne. Die Verantwortlichen stellten den Journalisten und Schaulustigen Vier Spiele in Aussicht, die demnächst mit Kinect an den Start gehen werden. Könnte man sich Titel wie Madden NFL oder Tiger Woods PGA Tour durchaus noch vorstellen, mangelt es möglicherweise bei FIFA an der Vorstellungskraft. Auf jeden Fall wird es ziemlich interessant zu sehen sein, wie die Kombination zwischen Kinect und einem Fußballspiel ablaufen wird. Zum angekündigten Vierten Titel wollte sich der Publisher vorerst nicht äußern. Experten halten es allerdings für ziemlich wahrscheinlich, dass sich NBA Live hinter dem geheimgehaltenen Titel befinden wird.
Dies war es dann vorerst wieder – zu einem späteren Zeitpunkt wartet dann noch ein neuer Titel – aus dem Sportbereich. Das nächste Produktionsstudio hatte dann nur zu einem gewissen Teil eine Überraschung dabei. Dass Bioware mit dem Xbox 360-Klassiker Mass Effect 3 am Start sein wird, war eigentlich schon von vorherein klar. Interessant ist aber auch die Tatsache, dass via Kinect die Stimme von Shepard übernommen werden kann. Was sich im ersten Moment noch relativ spannend anhört, könnte durch eine mangelhafte Umsetzung aber schnell den Spaß verlieren. Auf jeden Fall ist es ein ziemlich interessanter Gedanke, den Kameraden von Shepard direkte Befehle erteilen zu können. Allerding besteht auch die „Gefahr“, dass nur vorgegebene Wörter vom Bildschirm abgelesen werden müssen. Eine genaue Antwort auf diese Frage lässt sich höchstwahrscheinlich erst beim Veröffentlichungstermin von Mass Effect 3 finden.

Weil es bei den Spielerinnen und Spielern offensichtlich sehr gut ankommt, konnte sich auch der nächste Entwickler – Ubisoft – nicht die Verwendung von Kinect verkneifen. Präsentiert wurde im Rahmen der Microsoft-Konferenz der Shooter „Ghost Recon: Future Soldier“. Dieses Spiel soll am Markt vor allem dadurch punkten, dass die Auswahl an unterschiedlichen Waffen scheinbar unbegrenzt ist. Von den Griffstücken bis zu den Anbauteilen lassen sich in diesem Fall sämtliche Teile miteinander vereinen. Bei Bedarf lässt sich der gesamte Titel komplett ohne Controller-Steuerung spielen. Bevor bereits der nächste Publisher seinen Titel präsentieren durfte, meldete sich nun Microsoft kurz in eigener Sache zu Wort. Wie Phil Spencer – ein Verantwortlicher des Unternehmens – bei der E3 Pressekonferenz mitteilte, sollen YouTube und Bing in Xbox Live integriert werden. In naher Zukunft dürften dann eine ganze Reihe zusätzlicher Kooperationspartner folgen. In weiterer Folge erwartet die Xbox Live-Nutzer dann Fernsehen in einer völlig neuen Art und Weise.
Bei der nächsten Präsentation von Crytek war dann eigentlich wenig Spektakuläres zu sehen. Neben einem billigen Halo-Remake mit dem Namen „Combat Evolved Halo Anniversary“ stellte der Publisher das bis dato eher unbekannte Spiel „Ryse“ vor. Fans der „Halo“-Reihe brauchen übrigens nicht enttäuscht sein, zu einem späteren Zeitpunkt folgte dann noch eine wesentlich erfreulichere Nachricht. Beide Spiele des Produktionsstudios greifen ebenfalls auf die Kinect-Motionsteuerung zurück. Bevor sich das Event immer mehr dem Höhepunkt nähert, darf nun Microsoft noch eine Eigenproduktion präsentieren. Der größte Gran Turismo-Konkurrent Forza Motorsport geht in seine bereits vierte Runde. Wie an den ersten Ausschnitten aus dem Rennspiel bereits festzumachen ist, haben sich die Entwickler hier wirklich große Gedanken gemacht. Bei kaum einem anderen Xbox 360 Spiel konnte die Motion-Technik von Kinect hervorragend umgesetzt werden. Interessierte können in Deutschland dann ab Oktober diesen Jahres ins virtuelle Cockpit steigen.
Kurz vor dem krönenden Ende waren dann noch Lionhead mit „Fable: The Journey“, Markus Persson mit „Minecraft“ sowie das Produktionsstudio Harmonix mit dem zweiten Teil von Dance Central. Nachdem Bungies die Zusammenarbeit mit Microsoft eingestellt hatte, machten sich erste Sorgen breit, dass die „Halo“-Reihe damit für immer von der Bildfläche verschwinden könnte. Diese konnte Microsoft höchstpersönlich nun mit dem letzten Act der Pressekonferenz widerlegen. Hier zeigte das Unternehmen nämlich einen ersten Trailer zum vierten Halo Teil, der im Herbst 2012 an den Start gehen soll. Damit aber noch nicht genug der Freude für alle „Halo“-Fans. Wie Microsoft zudem ankündigte, plant man intern bereits eine neue Trilogie. Dies würde bedeuten, dass es auch definitiv ein Halo 5 und 6 geben wird. Ein wirklich würdiger Abschluss für eine Pressekonferenz, die hauptsächlich ganz im Zeichen von Kinect stand.


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