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Zeit vor dem Bildschirm: Wie viel ist zu viel für Kinder?

Zeit vor dem Bildschirm: Wie viel ist zu viel für Kinder?

Heute in zehn Jahren ist es für ein zweijähriges Kind ganz normal, ein iPad Ass zu sein oder für ein Neugeborenes sein Bäuchlein vor einem hell erleuchteten Bildschirm zu räkeln. Wir wissen das, weil die nächste Generation die erste sein wird, die von Geburt an Zugang zu Geräten, elektronischen Spielen und Tablet-PCs haben wird. Tatsächlich werden die ganze Zeit technische Geräte für diese junge Generation des zukünftigen „digitalen Bürgers" hergestellt. Allgemein betrachtet gibt es so viele eindrucksvolle Apps die alles — vom Lesen, bis zum Beobachten der Sterne anpreisen. Diese Apps in Verbindung mit dem Überfluss an Webseiten und an Fernsehsendungen können Eltern dazu bringen, sich zu fragen wie viel Zeit vor dem Bildschirm für Ihre Kinder zu viel ist. Es gibt zwar keine generell gültige und einfache Antwort auf diese Frage aber nachfolgend ein paar Richtlinien, die man in Betracht ziehen könnte.

Richtlinien
Die amerikanische Akademie der Kinderärzte (AAP) empfiehlt, dass Kinder bis zum Alter von zwei Jahren ganz ohne Bildschirm leben sollten. Alle anderen sollten nicht mehr als zwei Stunden am Tag vor dem Bildschirm sitzen. Das könnte schwierig werden wenn jeder Haushalt laut dem Joan Ganz Cooney Center im Durchschnitt 11 elektronische Geräte für den Freizeitgebrauch besitzt. Das heißt Fernseher, Tablet PCs, Spielekonsolen, Laptops, MP3 Player und mehr.

Trotzdem scheinen sich nicht alle Eltern an der ständigen Reizüberflutung zu stören. iYogi Insights hat herausgefunden, dass Eltern es in Ordnung finden, dass ihre Kinder zwei Stunden am Tag am iPad hängen; und ungefähr ein Viertel von ihnen glauben, es wäre in Ordnung ihren Kindern unbegrenzten Zugang zu erlauben. Fast alle Eltern (92%) erlauben ihren Kindern das iPad als Hilfsmittel bei den Hausaufgaben einzusetzen, aber 57 % gaben auch zu, dass sie es dazu benutzten sich die Kinder „vom Leib zu halten“.

Der Inhalt zählt   
Während die Langzeitfolgen einer sehr frühen Nutzung der Medientechnologie noch nicht bekannt sind — steht es fest, dass Apps für Kinder aktive Mitwirkung fordern und somit besser sind als das Fernsehen. Sharon Richter, Mitbegründerin von BabyFirst, einer interaktiven Website für Kleinkinder, behauptet auch, dass es auf die Inhalte ankomme und zitiert eine Erhebung der Kaiser Family Foundation aus der hervorgeht, dass kleine Kinder „einzigartig auf Programme mit erzieherischem Hintergrund reagieren und dies sowohl sofort als auch langfristig einen guten Einfluss auf ihre Entwicklung hat“.

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Zeit vor dem Bildschirm: Wie viel ist zu viel für Kinder?

Dr. Jerry Weichman: „Das Wichtigste für Eltern ist, das richtige Medium für ihre Kinder zu finden und herauszufinden, wie viel sie davon konsumieren sollten. Eine großartige Quelle, die besten kindgerechten Inhalte herauszufinden ist Common Sense Media mit Programmen für Fernsehen, Apps, Videospiele und mehr. Wenn Sie sich nur Sorgen über Videospiele machen, kann Ihnen die Seite für die Bewertung von Spielen (ESRB) dabei helfen, den Inhalt eines Spiels und seine Altersbeschränkung festzustellen."

Grenzen setzen
Dr. Jerry Weichman, Jugendpsychiater im neurologischen Institut des Hoag Krankenhauses, empfiehlt dringend, dass Eltern (wenn sie häusliche Begrenzungen für das Sitzen vor dem Bildschirm einführen möchten) erst auf das Alter und den Reifegrad des Kindes achten- und dann individuell entscheiden sollten. Er empfiehlt, dass Eltern den Kindern etwas mehr Freiheit an den Geräten lassen sollten, wenn sie gut in der Schule sind, Respekt haben und außerhalb von zu Hause voll im Leben stehen.
 
Scott Steinberg, der Autor des Bestsellers „Der moderne Leitfaden für Eltern“ fügt hinzu, dass Zeit vor dem Bildschirm zu verbringen kein „unveräußerbares Recht“ sondern ein Privileg sein sollte, das man sich verdient hat. Er empfiehlt Eltern sich zu fragen: „bin ich wirklich damit einverstanden wie lange mein Kind vor dem Bildschirm sitzt oder wird das vielleicht eine schlechte Angewohnheit?“

Die heißgeliebten CD-ROMs „Arthur“ und „Die kleinen Monster“ erobern das iPad
In einer idealen Welt würden Kinder nur die Apps benutzen die ihren Geist am meisten anregen, nur die erzieherisch wertvollsten Fernsehprogramme ansehen und ihre iPads dazu nutzen, eine Fremdsprache zu lernen. Aber im richtigen Leben schauen sich die Kinder auf dem Bildschirm eine Episode von Sponge Bob, Square Pants an oder zocken Angry Birds. Hier müssen die Eltern eingreifen und die Situation klären. Ein guter Rat für Kinder UND Erwachsene? „Egal ob man die moderne Technik nutzt, um etwas Sinnvolles damit zu machen oder nur zu spielen: Es immer wichtig zu wissen wann man eine Pause braucht um sich etwas zu beruhigen“ sagt jedenfalls Autor Steinberg.
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15. Jul 2012, 19:34

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