
Lange wird es nicht mehr dauern, ehe auf dem Markt wieder der große Konkurrenzkampf zwischen Sony und Nintendo ausbrechen wird. Zwar sind noch nicht alle Details restlos geklärt, wie etwa der offizielle Name der „PlayStation Portable 2“, dennoch läuft bereits jetzt alles auf einen Machtkampf hinaus. Wenn man sich die Daten der Next Generation Portable – unter welchen Namen die PSP 2 zurzeit läuft — einmal genauer ansieht, könnte ja glatt die Vermutung aufkommen, dass es sich hierbei nicht um eine Handheld-Konsole, sondern viel eher um ein kleines Tablet handelt.
Durch den 5-Zoll-OLED-Bildschirm mit einer Auflösung von 960 x 544 Pixel mutiert das Gerät von einer gewöhnlichen Spielkonsole zu einem wahren multifunktionalem Gerät. Auf der Rückseite der PSP 2 finden sich obendrein noch mehrere Bewegungssensoren, integriertes Wi-Fi und GPS. Damit bringt Sony aber kein wirkliches Unikat auf den Markt, mit dem kommenden Xperia Gaming Smartphone von Sony Ericsson macht sich bereits ein weiteres Gerät für den Handel bereit.
Im Gegensatz zum Nintendo 3DS setzt Sony auch bei der neuen Generation der Konsole auf eine äußerst starke Hardware. Zwar haben sich den Entwickler von Nintendo bemüht, ein Gerät auf die Beine zu stellen, welches 3D-Inhalte ohne die nervige Nutzung von 3D Brillen wiedergeben kann. Durch diese neue Technologie scheinen aber bei der Rechenleistung einige Abstriche gemacht worden zu sein. Der neue Nintendo 3DS soll nur unwesentlich schneller sein als sein Vorgänger und weit hinter dem Next Generation Portable(NGP) von Sony. Auch ansonsten steht der 3DS dem NGP aus technischer Sicht eindeutig nach. Im Gegensatz zu Sonys Konsole müssen 3DS Nutzer auf 3G-Konnektivität, GPS und ein OLED-Display verzichten.
Alleine aufgrund dieser Fakten könnte man getrost annehmen, dass der Nintendo 3DS nur wenig Chancen haben wird, ernsthaft mit dem neuen Gerät von Sony zu konkurrieren. Wer die Entwicklungen der vergangenen Spielkonsolen beobachtet hat, der wird wissen, dass selbst die stärkste Hardware noch kein Garant für den Megaerfolg ist. Schon eine Generation zuvor hat Nintendo bewiesen, dass auch mit leistungsschwächeren Geräten einiges herauszuholen ist. So war der DS zwar von der gebotenen Leistung her deutlich hinter der PSP einzustufen, konnte aber dennoch wesentlich bessere Absatzzahlen erreichen. Trotz der geringeren Hardware wurde der Nintendo DS binnen weniger Monate zur erfolgreichsten Handheld-Konsole aller Zeiten. Wenn man sich hier vergleichsweise die Verkaufszahlen der PSP ansieht, konnte diese zwar ein respektables Ergebnis erzielen, an den DS konnte die PlayStation Portable jedoch nicht einmal annähernd herankommen.
Dass es nicht unbedingt auf die Technik ankommt, hat das japanische Unternehmen Nintendo aber bereits vor über einem guten Jahrzehnt bewiesen. Damals wurde der schlichte Game Boy auf den Markt gebracht, der von der Grafik her deutlich hinter konkurrierenden Produkten wie dem Sega Game Gear oder dem Atari Lynx zurücklag. Die riesige Spielauswahl und der niedrigere Preis hatten damals den Ausschlag gegeben, dass auch schon in den 90er Jahren Nintendo zum Spitzenreiter auf dem Markt wurde.
Was schlussendlich den Unterschied zwischen NGP und 3DS ausmachen könnte, sind der Preis und die Bibliothek der kommenden und verfügbaren Spiele. Zu beiden Punkten fehlen uns zum jetzigen Zeitpunkt aber noch genauere Informationen über den NGP. Man darf gespannt sein, ob Sony ähnlich wie bei der PSP einen höheren Preis im Vergleich zu Nintendo ansetzt. Damals mussten Käufer einer PlayStation Portable um bis zu 100 Euro mehr bezahlen, als wenn sie sich einen Nintendo DS gesichert hätten.
Da sind hingegen über den Nintendo 3DS bereits deutlich mehr Informationen bekannt. So soll das Gerät zu einem Preis von ungefähr 225 Euro in den Handel kommen. Pünktlich zum Release der Konsole sollen direkt 30 hochkarätige Games auf den Markt gebracht werden, darunter etwa Super Street Fighter IV 3D oder Nintendogs + Katzen. Außerdem besteht auch die Möglichkeit, den 3DS günstiger zu erhalten, wenn man im Gegenzug dafür seinen Nintendo DS zurückgibt. Dann kostet das schmucke Teil nämlich nur noch etwa 130 Euro.
Um definitiv sagen zu können, wer in diesem Duell die Nase vorne haben wird, müssen wir zunächst noch auf weitere Infos von Sony bezüglich Preis und Verfügbarkeit des NGP abwarten. Fest stehen dürfte, dass auf der neuen PlayStation Portable eine Spielereihen ihre Fortsetzungen finden werden, wie Call of Duty, Killzone oder Uncharted. Allerdings dürfte dies alleine noch nicht reichen, um Nintendo ausstechen zu können. Da bedarf es bestimmt noch einigen weiteren Spielekrachern aus dem Hause Konami oder Capcom. Es wird darauf ankommen, ob Sony mit dem Start der NGP eine ebenso beeindruckene Sammlung an Spielen herausbringen wird können, wie Nintendo das beim 3DS machen wird. Außerdem sollte Sony den Preis für die neue Konsole nicht wesentlich über jenem für das Konkurrenprodukt platzieren, was ungefähr 230-250 Euro entsprechen würde.


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