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Zehn Technologien, die das Jahr 2010 bestimmen

Nun da die Nullen hinter uns liegen, können wir die neue Dekade mit einem großen Knall beginnen. Viele neue Technologien stehen bereit und werden in diesem Jahr für Aufsehen sorgen. Einige dieser Technologien sind absolut neu, aber viele wurden über längere Zeit entwickelt und sind nun einsatzbereit. Wenn es dabei einen Themenschwerpunkt gibt, ist es das mobile Internet. Wenn ich über die Top 10 Technologien betrachte, die das Jahr 2010 bestimmen werden, sind mehr als die Hälfte von ihnen mobil. Doch diese Technologien sind an Fortschritte gebunden, die das gesamte Web betreffen.

Zehn Technologien, die das Jahr 2010 bestimmen

Nachfolgend finden Sie meine Liste der Top 10 Technologien, die das Jahr 2010 am stärksten beeinflussen werden:

1. Der Tablett-PC
Es ist das Produkt des Jahres, das mit größtem Interesse erwartet wird. Der von Mythen umrankte Tablett-Computer (an dem jeder zu arbeiten scheint). Es gibt wundervolle Android-Tabletts. Konzept-Tabletts und natürlich DAS Tablett, das den Standard für die gesamte Kategorie festlegen wird: das Apple-Tablett bzw. iSlate oder wie auch immer es heißen wird. Wenn Steve Jobs nicht an einem Tablett arbeitet, sollte er besser schnell damit beginnen, denn alles andere wäre eine große Enttäuschung. Warum brauchen wir noch einen Computer, der zwischen einem Laptop und einem iPhone anzusiedeln ist? Bevor wir noch keinen haben, wissen wir es einfach nicht. Die Antwort liegt in der Tatsache, dass das immer leistungsfähiger werdende Web alles ist, was wir brauchen. Da alle Anwendungen und Daten, die wir nutzen ins Web verlegt werden, wo auch unser soziales Leben stattfindet, verkörpern Tablett-PCs das Internet in Form eines Gerätes, das auf das wesentliche beschränkt ist. Darüber hinaus sind Tabletts ausgezeichnete e-Reader für digitale Bücher, Zeitungen und Magazine sowie tragbare Web-Fernseher.

2. Geo
Die Kombination von GPS Chips in Mobiltelefonen, Sozialen Netzwerken und zunehmend innovativen, mobilen Applikationen bedeutet, dass Geolocation eine unumgängliche Notwendigkeit für jede Killer-Applikation ist. Ich denke dabei nicht nur an Social Broadcasting Applikationen wie Foursquare und Gowalla. Die Geo APIs von Twitter, SimpleGeo und hoffentlich auch Facebook werden richtungsweisend sein, indem Geo-bezogene Daten in sämtliche Formen von Applikationen integriert werden. Erst kürzlich hat Twitter seine eigene Geo-API für Twitter Aps auf den Markt gebracht und den Entwickler der GeoAPI — Mixer Labs – gekauft.

3. Echtzeit-Suche
Nach der Lizenzierung von Echtzeit-Datenströmen von Twitter, Facebook, MySpace und anderen, beschleunigen Google und Bing Ihre Echtzeit-Suche. Doch die Echtzeit-Suche wird immer noch als Silo angesehen und taucht nicht regelmäßig in den wichtigsten Suchergebnissen auf. Ich erwarte, dass sich dies in 2010 ändert, indem die Suchmaschinen lernen, für welche Arten von Suchen es Sinn macht, Tweets oder andere Echtzeit-Updates anzuzeigen. In der Zwischenzeit wird eine Schar von Start-ups in diesem Bereich, wie beispielsweise Collecta, OneRiot and Topsy, die Echtzeit-Suchfunktion vorantreiben. Die Echtzeit-Suche wird auch zu einer Art Navigationsanwendung – besonders auf Twitter und Facebook. Der Kernpunkt liegt dabei darin, die Echtzeit-Suche mit Echtzeit-Filtern zu kombinieren, so dass Nutzer nicht nur die aktuellsten, sondern auch die relevantesten und verlässlichsten Informationen erhalten.

4. Chrome OS
Im November präsentierte Google der Welt einen ersten Einblick in das Chrome Betriebssystem, das vermutlich in diesem Jahr veröffentlicht wird. Mit Chrome landet Google einen direkten Angriff auf Windows und erschafft ein von Grund auf neues OS, das dafür sorgt, dass Web-Applikationen schnell und stabil laufen. Bereits jetzt gibt es Gerüchte, dass Google an einem Chrome Notebook arbeitet, das der Welt beweisen soll, was mit einer „Web OS“ möglich ist. Es hört sich so an, als wäre es perfekt für Tablett-PCs (siehe oben) geeignet. Für Google ist Chrome ein riskantes Unterfangen, aber es ist potenziell auch revolutionär.

5. HTML5
Das Internet basiert komplett auf HTML (Hypertext Markup Language) und die nächste Version, die seit geraumer Zeit Gestalt annimmt, ist HTML5. Bereits jetzt sind Browser wie Firefox und Google Chrome (der Browser, nicht die OS) HTML5 kompatibel. Mit der Verbreiterung von HTML5 im Web sinkt der Bedarf an Flash- oder Silverlight-Plug-ins, um Videos, Animationen oder andere komplexe Applikationen anzusehen. Sie werden alle im Web verwurzelt sein. HTML5 unterstützt auch die Offline- Datenspeicherung, Drag-and-Drop und andere Features, die Web-Applikationen mehr wie Desktop-Apps aussehen lassen. Eine große Zahl von Websites wird sich 2010 HTML5 auf die Fahnen schreiben.

6. Mobile Video
Durch die Integration von Videokameras im neuesten iPhone 3GS und anderen Web-Phones, werden Live Video Streaming Applikationen gebräuchlich – dabei geht es sowohl um das Streaming auf ein Telefon als auch von einem Telefon ausgehend. Nun da die mobilen Datennetzwerke ihre Bandbreite auf 3G erhöhen und sogar mit 4G liebäugeln (Verizon bewegt sich mit seinem LTE-Netzwerk der nächsten Generation in diese Richtung), wird der Mobile-Video-Bereich abheben.

7. Augmented Reality
Einer der beeindruckendsten Wege eine Handy-Kamera zu nutzen ist es, sie mit einer wachsenden Anzahl von Augmented Reality Applikationen einzusetzen. Dabei wird eine Schicht Daten auf einen realen Hintergrund gelegt. Von Fotos über Tweets bis hin zu Firmeninformationen erhalten Sie alle Angaben vor der Szene, welche die Kamera einfängt. Tonchidots Sekai Kamera, Layar, GraffitiGeo und sogar Yelp sind Beispiele solcher Realitätsapplikationen.

8. Mobile Transaktionen
Da sich Mobiltelefone immer mehr zu vollwertigen Computern entwickeln, können Sie auch im Handelsverkehr eingesetzt werden. Ein Bereich, der 2010 mit Sicherheit integriert wird, sind mobile Zahlungen und Überweisungen. Jack Dorsey ist der Gründer von Twitter und verwandelt mit seinem neusten Start-up Square das iPhone in einen Kreditkartenleser. Verifone und Mophie verfügen bereits über ein Konkurrenzprodukt. Der Hintergedanke ist, dass ein jedes Handy zum Verkaufsort werden kann und dass die mobilen Transaktionen eine Verknüpfung mit Buchhaltungs-, Kundenmanagements- und anderen Geschäftssystemen nach sich ziehen.

9. Android
Im vergangenen Jahr haben wir die Einführung von fast zwei Dutzend Android Phones, inklusive des Verizon Droid, beobachtet. In den kommenden Tagen wird auch Googles Nexus One veröffentlicht. Es ist das erste Android Phone, dass von jedem beliebigen Anbieter entsperrt werden kann (es über T-Mobile eingeführt). Android ist Googles Antwort auf das iPhone und wird mit dem Erreichen einer kritischen Masse bei verschiedenen Anbietern und mit verschiedenen Geräten, zunehmend interessanter für Entwickler. Es stehen bereits mehr als 10.000 Apps für Android Phones zur Verfügung und im Laufe des Jahres werden weitere folgen. Außerdem werden andere Geräte, die auf dem mobilen Betriebssystem laufen werden eingeführt.

10. Social CRM:
Wir haben erlebt, wie Twitter und Facebook als soziale Kommunikationsmittel den Markt erobert haben. In diesem Jahr werden diese Arten der Echtzeit-Kommunikation ihren Weg auch in die Unternehmen finden. Salesforce.com ist damit beschäftigt, Chatter aufzubauen. Dabei handelt es sich um einen Echtzeitdatenstrom, der mit Twitter und Facebook interagiert und sie damit zu Unternehmenswerkzeugen macht. Start-ups wie Yammer und Bantam Live sind ebenfalls damit beschäftigt, Unternehmen sozial einzubinden.
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17. Jan 2010, 12:49

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