
Wie schnell sich eine Situation im Leben ändern kann, müssen viele Menschen mehrmals im Jahr erleben. Anhand des nachfolgenden Beispiels lässt sich aber auch sehr gut feststellen, dass dieses Phänomen auch in der IT-Branche seine Gültigkeit hat. Einige der interessierten Kunden werden sich eventuell noch an die Ankündigung Intels erinnern können, dass mit sogenannten Ultrabooks der Markt angekurbelt werden sollte. Der Konzern sprach damals zwar in höchsten Tönen von den geplanten Notebooks mit flachem Design und niedrigem Gewicht, richtige Freude schien bei den Herstellern aber zu keinem Zeitpunkt aufzukommen. Erst nachdem Intel einige Promotion-Aktionen startete und den Produzenten von Notebooks einige Zugeständnisse im Bezug auf die Produktionskosten machte, stieg das Interesse an diesen Produkten ein wenig an. Inzwischen dauert es nur noch wenige Tage, bis die ersten Ultrabooks hierzulande in den Regalen zu finden sein werden.
Anhand der Absatzplanungen der jeweiligen Hersteller könnte man mittlerweile fast meinen, dass sogar eine Art Euphorie für diese Art der Notebooks aufgekommen ist. Das Jahr 2011 neigt sich langsam aber sicher schon dem Ende zu, sollten die Erwartungen der einzelnen Hersteller erfüllt werden, so wird wohl im Dezember die Millionen-Marke durchbrochen werden. Besonders Acer und Asus blicken äußerst optimistisch in die letzten Monate diesen Jahres. Beide Unternehmen gaben an, dass im vierten Quartal insgesamt rund 600.000 Exemplare ihrer Ultrabooks über den Ladentischen gehen werden. Wie eine einfache Milchmädchenrechnung zeigt, wären dies unterm Strich 1,2 Millionen verkaufte Geräte. Dabei soll es aber mit ziemlicher Sicherheit nicht bleiben. Mit Toshiba und Lenovo stehen nämlich bereits die nächsten Hersteller am Start, die ebenfalls noch innerhalb der letzten drei Monate zumindest ein Ultrabook auf den Markt bringen möchten. Was sich zunächst nach relativ ehrgeizigen Zielen anhört, relativiert sich wieder, nachdem die Prognosen von Intel vernommen wurden.
Der Konzern erwartet sich nämlich einen wahren Ansturm auf die besonders dünnen und flachen Notebooks. Schon gegen Ende des kommenden Jahres soll der Marktanteil der Ultrabooks zwischen 40 und 50 Prozent liegen. Bei einer solch optimistischen Einstellung, kann man jedoch schnell enttäuscht werden. Im konträren Gegensatz zu den Anpreisungen Intels, stehen die Meinungen der Kritiker. Mehrere Hersteller stellten im Rahmen der IFA 2011 in Berlin ihre Ultrabooks aus, um die jeweiligen Vorzüge dieser Geräte zu unterstreichen. Zumindest bei den dort anwesenden Branchenkennern konnten die Konzerne aber eher nicht punkten. Besonders was den Preis angeht, sehen viele Insider und Experten für die Generation der Ultrabooks schwarz. Wer sich schon in Kürze ein Ultrabook sichern möchte, der muss verhältnismäßig etwa 40 Prozent mehr als bei einem herkömmlichen Notebook bezahlen. Besonders auffallend dabei sind die enorm hohen Kosten für die Prozessoren.
Zu Beginn scheiterten sämtliche Verhandlungen zwischen Intel und den Herstellern an diesen eindeutig zu hoch angesetzten Preisen. Mehrmals war davon die Rede, dass Intel die Preise für die CPUs um rund 50 Prozent zu senken. Wie die genaue Aufteilung der Kosten nun aussieht ist zwar nicht bekannt, dass es Subventionen seitens Intel gibt, scheint jedoch außer Frage zu stehen. Sollte das Aspire S3 – das erste Ultrabook am deutschen Markt – tatsächlich schon Anfang Oktober erscheinen, hätte Acer für zumindest zwei Wochen eine gewisse Sonderstellung auf dem Markt. Dieses Produkt gibt es in der günstigsten Ausfertigung zu einem Preis von 799 Euro. Knappe zwei Wochen später dürfte dann auch Asus am Ultrabook-Markt aktiv werden. Dabei sollen mit dem UX21 und UX31 direkt zwei Modelle dieser Gattung angeboten werden.


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