
Wisst ihr noch wie man früher beim Elektronikhändler die Taktraten miteinander verglichen hat, um sich dann für das passende Gerät zu entscheiden? Alles andere war einem egal. Hard Drives kann man nachrüsten, die Speicherkapazität kann erweitert werden, doch die Taktrate ist überlebensnotwendig. 1,8GHz war und wird auch immer besser sein als 1,5GHz. So war es doch, oder?
Diese Tage sind vorüber. Mooresche Gesetz besagt, dass „die Anzahl der Transistoren, die kostengünstig auf einer integrierten Schaltplatte plaziert werden können, sich alle zwei Jahre verdoppelt". Doch dieses Gesetz ist mittlerweile so gut wie aufgehoben. Nun sind PCs für Normalkonsumenten mit Multikernprozessoren ausgerüstet. Wenn es mehrere Kerne gibt, ist die Taktrate überflüssig. Ein 2,5GHz Gerät mit vierfachem Kern heißt für den Ottonormalverbraucher anscheinend, dass der PC vier Kerne hat, die jeweils alle auf 2,5GHz laufen. Also 10 GHz insgesamt, oder?
Falsch, doch das macht nun auch nichts mehr. AMD — sowie zu einem gewissen Grad auch Intel — haben seit Jahren sich zunehmend von Taktraten distanziert und lassen sie in diesem Jahr komplett hinter sich. Seht euch die Vision-Seite von AMD an. Diese neue Art und Weise der Benennung bietet Auswahlmöglichkeiten an, die sich auf den Anwendungsfall gründen. Zum Beispiel bietet Vision Premium folgende Kapazitäten an:
mehrere Anwendungen laufen simultan
Mainstreamspiele lassen sich spielen
CDs werden in MP3s konvertiert
elementare Fotobearbeitung
Abspielen von Blu-Ray/HD Filmen
Nutzung einer Webcam
Wenn ihr "VISION Technologie-Premium" anklickt, bekommt ihr eine Liste von PCs zu sehen, die sich hinsichtlich ihrer Leistung und Eigenschaften stark voneinander unterscheiden. Es wird angenommen, dass, solange der Laptop sich einer Vision-Tranche zuordnen lässt, alles in Ordnung ist. Die einzige Ziffer, die jetzt wirklich noch eine Rolle spielt ist der Preis. Wenn ihr mehr bezahlt, bekommt ihr auch etwas mehr. Ihr könnt euch auch in die detaillierte technische Aufgliederung vertiefen, doch ist die Datenspeicherkapazität das Einzige, was den Preis beeinflusst. Der Prozessor und vermutlich die Grafikauflösung bleibt gleich.
Ich für meinen Teil begrüße die Vision-Oberherren. Die Frage: „Welchen Laptop soll ich kaufen?" kann mit einer Handbewegung beantwortet werden: „Such dir einfach da drüben einen hübschen aus." Das ist im Grunde genommen der Stand der Dinge heutzutage, die Kommodifizierung der Computer Hardware. Falls wir irgendetwas aus der Netbook-Revolution gelernt haben, so ist es doch, dass Konsumenten nicht an Leistung interessiert sind sondern am Paket. Die Computerfreaks können sich an Grafikkarten und Overlocking klammern, während der Rest der Welt durch Best Buy (amerikanischer Elektronikhändler) schlendert, die Kreditkarte zückt und glücklich weiterschlendert.
Mir ist bewusst, dass es sarkastisch klingt, doch eigentlich befürworte ich diese Entwicklung. Wir befinden uns im Jahr 2010. Computing ist in gewisser Weise platt. Wenn das iPad und seinesgleichen in derselben Liga wie der Alienware Monster-Laptop spielt, so kann man sich nicht länger mit Geschwindigkeiten und Feeds beschäftigen. Die wichtigsten Fragen heutzutage sind: „Läuft das Video?", „Kann man damit Games spielen?". Ihr antwortet dann: „Nun ja, der Computer hat einen 2GHz Prozessor und diskrete Grafik und 4GB RAM, also Ja." Nun heißt es: „Läuft Windows 7 auf dem Computer? Dann laufen wohl auch einige gute Spiele." Es gibt wohlgemerkt tausende von Computerspielen und die meisten laufen einwandfrei, wenn man ihnen gut zuredet. Wollt ihr die ultimative Leistung? Baut euch selbst einen Computer oder benutzt Vision Black. Die Wahl liegt in eurer Hand, und es ist viel einfacher geworden.
So hoffe ich, dass auch Intel diese Nomenklatur für ihre Prozessoren einführt. Indem man die Produktserie in einige verständliche Segmente aufteilt, wird die Komplexität reduziert, und dies hilft schlussendlich dem Konsumenten mehr als alles andere.


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