
Lange bevor es populär (und finanziell verkraftbar) wurde, mehrere Monitore zu nutzen, gab es bereits virtuelle Desktops, also Anwendungen, die es Ihnen ermöglichen, Ihren gesamten Arbeitsbereich zwecks einfacher Kompartimentierung mit anderen zu tauschen. Hier stelle ich Ihnen die fünf beliebtesten virtuellen Desktop-Manager vor. Darunter finden Sie eine nette Auswahl an Tools für Windows-, Mac- und Linux-Nutzer.
Da virtuelle Desktop-Manager sehr dynamische Tools sind, ist es schwer sie in einem bestimmten Moment einzufangen. Deshalb stelle ich für jeden Desktop-Manager auch einen Link zu einem Video ein, welches die Anwendung in Aktion zeigt. Die Qualität dieser Videos variiert, aber allesamt stellen sie die Tools besser vor als ein statischer Screenshot.
Compiz (Linux, kostenlos)

Wenn Sie sich einen virtuellen Desktop-Manager mit Flair wünschen, sollten Sie sich Compiz absehen. Linux-Nutzer, die lediglich zwischen Arbeitsbereichen wechseln möchten, sind vermutlich mit Gnome Workspaces besser bedient, aber wenn Sie sich auf einer Anlage mit einer guten Grafikkarte befinden und fantasievolle, grafikintensive Übergänge zwischen virtuellen Desktops schätzen, können Sie dies mit Compiz's ausgeklügelten Effekten in Saus und Braus genießen. Compiz kommt mit einer Menge Plug-ins, die sämtliche Arten von 3D-Effekten abdecken und mit Compiz Fusion – einer Version, die weitere Plug-ins und verbesserte Grafiken zur Schau stellt — noch weiter angereichert werden können. Hier können Sie sehen, wie Compiz in Aktion aussieht:
VirtuaWin (Windows, kostenlos)

VirtuaWin ist ein einfacher virtueller Desktop-Manager, das Power-User dank einer Vielzahl an Plug-ins im Handumdrehen in eine maßgeschneiderte Lösung verwandeln können. Die Basisanwendung leistet mit seinem einfachen Fensterwechsel und –management schon gute Arbeit, allerdings haben VirtuaWin-User jede Menge nützlicher Plug-ins beigesteuert, die vom Wechsel Ihres Bildschirmhintergrunds auf dem aktuellen Desktop bis hin zur selektiven Aktivierung und Deaktivierung bestimmter Icons auf den verschiedenen Desktops reicht. Wenn Sie VirtuaWin nutzen, um private und geschäftliche Projekte zu trennen, finden Sie sogar ein Plug-in, mit dem Sie herausfinden können, wie viel Zeit Sie in jedem virtuellen Raum verbracht haben. Hier können Sie sehen, wie in VirtuaWin zwischen Fenstern und Bildschirmhintergründen gewechselt wird:
Spaces (Mac, kostenlos)

Spaces ist das Virtual-Desktop-Tool, das gleich in die Mac OS integriert wurde (Start bei Leopard). Sie können bis zu 16 virtuelle Arbeitsbereiche erstellen, auf die Sie mittels Tastatur-Shortcuts oder einer Vollbild-Vorschau zugreifen können. Spaces schließt sich darüber mit Exposé zusammen und Sie können eine Ecke des Bildschirms festlegen, aus der eine Miniatur-Vorschau Ihres Spaces-Raster hervorgeht, das Sie nutzen können um Anwendungsfenster per Drag-&-Drop zu arrangieren. Spaces unterstützt die Fensterzuordnung, was bedeutet, dass Sie bestimmen können wo spezifische Applikationen angezeigt werden. Hier sehen Sie Spaces in Aktion:
Dexpot (Windows, kostenlos)

Dexpot ist ein funktionsreicher Desktop-Manager für Windows. Sie können Dexpot einrichten, um auf einfache Weise bis zu 20 Arbeitsbereiche einzurichten, um ein klein Wenig mehr Platz für Ihre Arbeit zu haben. Wenn Sie in die erweiterten Funktionen eintauchen, können Sie Regeln erstellen, mit denen Sie festlegen können, wo eine Applikation nach dem Start ausgeführt wird und jedes virtuelle Desktop so anpassen, dass es über einen eigenen Hintergrund sowie eine eigene Auflösung verfügt. Mit Dexpot können Sie auf unterschiedliche Weise – zum Beispiel mittels Tastatur-Shortcuts, einem Miniaturansicht-Katalog Ihrer aktiven Desktops und einer Exposé-artigen Vollbildvorschau aller Desktops — durch Ihre virtuellen Desktops navigieren. Hier sehen Sie Dexpot:
Gnome Workspaces (Linux, kostenlos)
Die Gnome-Desktop-Umgebung für Linux verfügt über ihr eigenes virtuelles Desktop-System, das sich Workspaces nennt. Per Voreinstellung ist es auf zwei virtuelle Desktops ausgelegt, aber Sie können bis zu 36 virtuelle Desktops einrichten. Fenster können einfach per Drag-&-Drop oder mittels Tastatur-Shortcuts von einem Arbeitsbereich in den anderen übertragen werden. Gnome ist im Vergleich zu andern virtuellen Desktop-Managern sehr spartanisch ausgestattet, aber viele Nutzer schätzen es gerade aus diesem Grund sowie wegen seiner zackigen Benutzerschnittstelle. Wenn Sie Linux nutzen und nur schnell zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen hin- und herschalten möchten, ohne sich um weitere Anpassungen Gedanken zu machen, stellt Gnome eine solide Option dar.


Kommentare
Ich habe Erfahrung mit Compiz (Ubuntu) und Spaces (MacOS). Compiz sieht zwar schön aus und es gibt viele interessante Effekte, doch es scheint dass nur die Entwickler ihren Spaß daran haben und nicht die User, es ist mehr eine Spielerei. Spaces kann schon nützlich sein, wenn man selben Rechner zum Arbeiten und zum Unterhalten benutzt (natürlich wenn es der Arbeitsspeicher hergibt ;)
Gibt es auch die Möglichkeit, dass man den verschiedenen Desktops auch einen verschiedenen Autostart gibt? Mir würde schon gefallen, wenn ich eine Desktop zum Surfen hätte, und einen wo gearbeitet wird. Und das gleich beim Start die gewissen Programme gestartet werden.
Ich kann jetzt nur für Spaces unter MacOS sprechen. Dort kannst du einstellen welche Programme auf welchen Desktops nach ihrem Start laufen. Bei anderen Desktop Managern müsste es eigentlich auch so was geben.
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