
Wie auch jede etwas größere Suchmaschine, gibt es auch von Microsofts Bing schon seit einiger Zeit eine eigene Toolbar. Ich persönlich muss ja zugeben, dass ich noch nie ein sonderlicher großer Fan von diesen Browser-Toolbars war. Meiner Ansicht nach würde es ja vollkommen ausreichen, wenn neben dem Browser lediglich ein Fenster angezeigt wird, dass jene Webseiten anzeigt, die am häufigsten aufgerufen wurden. Alle weiteren Informationen und Einstellungsmöglichkeiten sind meiner Meinung nach nicht wirklich notwendig, da sie den User eigentlich nur vom gewöhnlichen Surfen abhalten.
Anmeldung und Einrichtung
Im Gegensatz zu den Vorgänger Versionen gibt es bei der Bing Toolbar 7.0 schon bei der Einrichtung einige Veränderungen. Ab sofort wird es nämlich nicht möglich sein, diese Bar bei den Nicht-Microsoft-Browsern zu verwenden. Die Bing Toolbar 7.0 ist lediglich beim Internet Explorer und das aber auch nur ab der siebten Version des Browsers. Mit einer Größe von 3,5 Megabyte ist die Installationsdatei relativ klein und kann innerhalb weniger Sekunden heruntergeladen werden.
Auch die anschließende Installation kann relativ schnell erledigt werden, dabei wird man unter anderem gefragt, ob MSN als Startseite eingerichtet werden soll. Ebenso kann selbst entschieden werden, ob Informationen über den eigenen PCs und Chronik automatisch an Microsoft gesendet werden sollen, damit eine personalisierte Suche möglich ist.
Schnittstelle
Auch was die Größe der Bing-Bar angeht, hat Microsoft im Vergleich zu seinen Vorgängern eine Änderung vorgenommen. So ist die Bar nur mehr 29 Pixel groß und somit wesentlich dünner als die bisherigen Versionen. Dennoch ist sie noch immer ein Stück breiter als die Toolbar aus dem Hause Google. Bei der Bing Toolbar 7.0 stehen dem Internet User jeweils fünf große Tasten auf beiden Seiten der Suchleiste zur Verfügung. Dabei ist es vor allem die linke Seite, die wohl bei den meisten Usern zur Anwendung kommt. Dort kann man sich etwa Nachrichten, Karten oder das Wetter anzeigen lassen.
Ebenso kann hier schnell auf das soziale Netzwerk Facebook oder den E-Mail-Account zugegriffen werden. Eine besonders positive Eigenschaft dieser Toolbar ist die Tatsache, dass jede Taste gedrückt werden kann, ohne dass direkt eine neue Website aufgerufen wird. Damit unterschiedet sich diese Browser-Toolbar in diesem Punkt grundlegend von seinen Konkurrenten. Alle diese Seiten werden direkt auf der jeweiligen Seite angezeigt, so dass die gerade geöffnete Website, einfach offen bleiben kann.

Funktion
Besonders Freunde von sozialen Netzwerken werden sich sehr an der neuen Bing Toolbar erfreuen. Erstmals hat Microsoft bei seiner Bar eine einzigartige Facebook-Taste eingerichtet. Dabei stehen den Usern zahlreiche Funktionen zur Verfügung, die normalerweise nur nach dem Aufrufen der Website möglich wären. So sieht man unter anderem direkt auf den ersten Blick, welche neuen Nachrichten und Mitteilungen es gibt. Ebenso steht den Internet Nutzern die „Gefällt mir“ Taste und die Kommentarfunktion zur Verfügung. Auch das Verfassen von Status-Meldungen ist mit der neuen Bing Toolbar kein Problem mehr.
Anders als bei den anderen Toolbars ist es hier auch möglich, Videos und weitere Links anzuzeigen, bei vielen anderen Browser-Toolbars wurde bisweilen immer nur ein Vorschaubild angezeigt. Die Facebook-Taste an sich ist nichts wirklich Neues, schließlich wurde diese bereits in die Google Toolbar beispielsweise integriert. Jedoch sind die Funktionen im Vergleich zur Bing Toolbar relativ beschränkt. Der einzige Toolbar, die ähnliche Möglichkeiten bietet, ist die Yahoo Toolbar. Hier besteht allerdings das „Problem“, dass Facebook nicht auf der Seitenleiste angezeigt wird, sondern direkt die komplette Facebook Seite aufgerufen wird.
Somit muss ganz klar gesagt werden, dass Microsoft mit seiner Toolbar die Konkurrenten in diesem Bereich ganz klar in die Schranken weisen kann. Da wir leider nicht alle in Hawaii oder an einem sonstigen Ort wohnen können, wo es das ganze Jahr über herrliches Wetter gibt, müssen wir uns mit immer wieder wechselnden Wetterbedingungen zufrieden geben. Wenn mit dem Internet Explorer samt neuer Bing Toolbar gesurft wird, kann man sich jederzeit über das aktuelle Wetter informieren.
Genauso wie bei Yahoo steht den Usern auch hier eine Temperaturtaste zur Verfügung, mit der auf den Grad Celsius genau angezeigt werden kann, wie hoch die Temperatur momentan ist. Daneben zeigt sich eine Sonne oder Wolken, je nachdem wie die Witterungsverhältnisse in der jeweiligen Stadt sind. Durch einen einfachen Klick auf die Sonne oder die Wolken, öffnet sich eine visuelle Wettervorhersage für die kommenden fünf Tage. Neben den Wetter können auch andere wichtigen Informationen, wie Nachrichten oder Verkehr, jederzeit aufgerufen werden.
Über die Schaltfläche News wird man über spannende Geschichten, Unterhaltung und Sport informiert. Auch eine spezielle Karte kann angezeigt werden, auf der über die aktuellen Verkehrsmeldungen berichtet wird. Ebenso lässt sich mit einem einfachen Klick auf das persönliche E-Mail Konto zugreifen. Dabei kann zwischen Gmail, Yahoo und Hotmail Konten gewählt werden. Mit einem Klick auf die Schaltfläche E-Mail werden die letzten sechs E-Mail-Absender und Themen angezeigt. Kleiner Nachteil: Beim Klick auf eine Nachricht bzw. den Button „E-Mail schreiben“ wird die Website des Webmail Anbieters in einem neuen Fenster geöffnet.
Auf der rechten Seite der Bing Suchleiste sind ebenfalls fünf Tasten zu finden, die allerdings wohl von deutlich weniger Usern wirklich benötigt wird. Unter anderem gibt es dort die Schaltflächen Filme, Online Games, Börsenkurse, Videos und Übersetzen. Mit einem Klick auf die Schaltfläche Videos wird man zu einer Webseite weitergeleitet, auf der zahlreiche Bing Videos zu sehen sind. Einige Clips davon sind doch relativ amüsant anzusehen.
Am ehesten Sinn macht da dann aber doch noch immer die Funktion „Übersetzen“. Durch diesen Button können Websiten, die in einer anderen Sprache verfasst wurden, in der jeweiligen Sprache des Users angezeigt werden. Insgesamt gibt es die Möglichkeit zwischen über 35 unterschiedlichen Sprachen zu wählen, einige davon haben keine lateinischen Buchstaben.
Aber die Bing Toolbar kann auch mit einer speziellen Funktion aufwarten, die in dieser Form bei keiner anderen Toolbar zu finden ist. Dabei handelt es sich um Bing Rewards, ein Programm, mit dem Punkte gesammelt werden können, welche dann später in Geschenk-Karten und andere Sachen eingetauscht werden kann.
Eine Gutschrift gibt es bereits für jede zweite Suche durch Bing. Mit dem Preis-Symbol lässt sich sogar noch mehr verdienen. Relativ schnell können diese Punkte dann auch schon in diverse Dinge eingetauscht werden, unter anderem in Musik Downloads. Wenn man mit den vorhandenen Preisen nichts anfangen kann,gibt es auch die Möglichkeit, ein paar Euro an wohltätige Organisationen zu spenden.
Mängel
Wie bei jeder anderen Toolbar auch, habe ich natürlich auch bei Bing so meine Sachen gefunden. Wer die Bing Toolbar in Anspruch nehmen möchte, der ist nämlich dazu gezwungen, auf den Internet Explorer zurückzugreifen. Alleine aus diesem Grund kann diese Toolbar wohl nie mit der Konkurrenz mithalten, da zahlreiche Internet User ausschließlich mit Google Chrome oder Mozilla Firefox im Internet surfen.
Selbstverständlich werden da auch wieder einige Unkenrufe laut, die behaupten, dass Microsoft mit dieser Methode versuchen will, krampfhaft User von den Konkurrenten abzuwerben und zum Surfen mit dem Internet Explorer anzustiften. Anders als die Google Toolbar, lässt sich bei der Bing Bar die Seite nicht teilen.
Ist diese Toolbar empfehlenswert?
Wie schon eingangs bereits erwähnt, halte ich nicht sonderlich viel von solchen Toolbars. Trotzdem muss ich sagen, dass ich von der Bing-Bar doch relativ überrascht war. Im Gegensatz zu vielen anderen ähnlichen Toolbars kann diese dadurch überzeugen, dass sie nicht durch dutzende Symbolleisten überladen ist. Eine weitere bequeme Möglichkeit ist etwa das Aufrufen von häufig verwendeten Websites.
Dabei muss die Website, auf der man sich gerade befindet, nicht einmal geschlossen werden. Zwar kann die Bing-Toolbar von den Anpassungsmöglichkeiten und den Fähigkeiten nicht ganz mithalten, dennoch sollte dies für den normalen User vollkommen ausreichen. Bei einer schnellen Internetverbindung kann mit den vorhandenen Browser-Lesezeichen Tasten ziemlich schnell zwischen den einzelnen Möglichkeiten navigiert werden.


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