
Im Allgemeinen gelten die Internet-Nutzer aus den asiatischen Ländern als besondere Freaks. Dass das Interesse am Entwickeln und Programmieren nicht nur positiv sein muss, zeigte in den letzten Jahren vor allem die Volksrepublik China. Dort gab es speziell im 21. Jahrhundert ein ziemliche gewaltiges Spam-Problem, welches nun aber scheinbar in den Griff bekommen wurde.
War China einst eine der größten Quellen des weltweiten Spams, so scheint sich die Volksrepublik in der letzten Zeit immer mehr von den Top Spam-Produzenten zu entfernen. Erst vor wenigen Tagen hat Cisco Systems eine neue Studie veröffentlicht, wonach China nur noch auf dem 18. Platz liegt, was Spam-produzierende Länder betrifft. Eine ziemlich positive Entwicklung, wenn man bedenkt, dass das Land bis vor zwei Jahren eigentlich noch durchgehend unter den ersten Fünf lag.
In China gibt es zurzeit weit über 420 Millionen Internet-Nutzer, von denen sehr viele über gehackte Computer in das Internet einsteigen. Im Jahre 2009 waren es genau diese gehackten Systeme, die mehr oder weniger dafür verantwortlich waren, dass aus China massenhaft Spam an die ganze Welt gesendet wird. Zu Beginn des Jahres 2009 zählte der asiatische Staat sogar zu den Top Drei der Spam-produzierenden Länder der Welt. Dies ergab damals eine Erhebung des Sicherheits-Anbieters Sophos.
Chet Wisniewski – ein Sophos Forscher – fügte aber hinzu, dass mit dem Jahresende 2009 plötzlich immer weniger Spam aus China versendet wurde. Laut Sophos ist China heute nur noch Spam Produzent Nummer 20 und liegt damit sogar hinter Ländern wie Spanien.
Aus einem aktuellen Interview mit Patrick Peterson – dem Cisco-Forschungsstipendiat – geht zudem hervor, dass es das erste Mal überhaupt ist, dass die Volksrepublik China in dieser Wertung nicht unter den ersten Zehn Nationen liegt.
Woran es liegt, dass die chinesischen User plötzlich wesentlich weniger Spam produzieren, scheint für Peterson ebenfalls klar auf der Hand zu liegen. Im Jahr 2006 startete der Staat gemeinsam mit Netzbetreibern und Sicherheitsunternehmen eine Anti-Spam-Initiative, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Laut dem Forschungsstipendiat war der Erfolg dieses Projekts für alle Seiten überraschend gut.
Dennoch kommt der Erfolg über die Spammer in China nicht gerade unerwartet, schließlich arbeitet der Staat seit einiger Zeit auch mit Experten aus den Vereinigten Staaten zusammen, um bessere Wege zu finden, die Anzahl der Spam Mails weiter zu senken.
Eventuell dient China nun auch als Vorbild für andere Staaten, die mit einer ähnlich hohen oder sogar höheren Spam Invasion zu kämpfen haben.
Denn obwohl Verantwortlich der USA in China ihre Hilfe zur Verfügung stellen, bleibt das eigene Land weiter das Top-Spam-Land und die Quelle von rund 20% aller weltweiten Spamnachrichten. Wie einige Security-Experten jedoch betonten, werden viele der Spam-Mails von Spammern verschickt, die ihren Wohnsitz außerhalb der USA haben und über gehackte Geräte in den USA die ungewünschte Post versenden.
Aber auch in anderen Ländern herrscht weiter nach wie vor eine wahre Spam Plage. Speziell im vergangenen Jahr war auch Russland ziemlich stark von den Spammern betroffen, in diesen Land gab es vor wenigen Monaten dann sogar zahlreiche Festnahmen wegen kriminellen Spammings.
Wie ein Verantwortlicher der Anti-Spam-Initiative in einem Interview erklärte, haben sich viele kriminelle Spammer vom chinesischen nun auf den russischen Markt verlagert.


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