
Zugegeben — es ist wahrlich kein leichtes Unterfangen an Konkurrenten wie Android oder iOS vorbeizukommen. Dennoch können die Entwickler von Samsung mit ihrem eigenen mobilen Betriebssystem Bada keinesfalls zufrieden sein. Der geringe Marktanteil von nur rund zwei Prozent lässt sich zum einen auf den mangelnden Bekanntheitsgrad des Systems zurückführen. Andererseits gibt es zum aktuellen Zeitpunkt aber nur relativ wenige Modelle, die auf diesem Betriebssystem basieren. Nach aktuellem Stand der Dinge scheint das südkoreanische Unternehmen in den nächsten Monaten aber noch einmal eine Offensiv-Aktion zu starten, um Bada am Markt zu etablieren. Zu diesem Zweck dürften die Entwickler das Betriebssystems schon bald als Open Source veröffentlichen. Somit hätten auch andere Smartphone-Hersteller und Entwickler die Möglichkeit, dieses für eigene Zwecke zu nutzen. Auch wenn diese Meldung aus einer nicht näher bekannten Quelle stammt, erscheint dieses Gerücht als äußerst realistisch. Natürlich erfordert die Umwandlung der gewöhnlichen Software in ein Open-Source-Projekt einiges an Geduld und Zeit.
Deshalb ist davon auszugehen, dass Bada als Open Source frühestens Anfang 2012 freigegeben werden kann. Mittlerweile ist es gute zwei Jahre her, dass das hauseigene Betriebssystem der Südkoreaner der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Damals wurde der große Enthusiasmus und die Vorfreude direkt auf die anwesenden Journalisten und andere Personen übertragen. Auch der Name „Bada“ — zu Deutsch Ozean – unterstreicht ein weiteres Mal, dass die Verantwortlichen des Unternehmens große Hoffnungen in dieses Projekt setzten. Wer aktuell ein Gerät mit Bada als Betriebssystem haben möchte, dem bleibt nichts anderes übrig als sich mit einem Samsung Wave Smartphone zu begnügen. Andere Modelle die Bada verwenden, sucht man derzeit noch vergebens. Die IFA 2011 in Berlin gibt aber wieder einmal Grund zur Hoffnung. Neben der dritten Generation des Samsung Wave stellte das Unternehmen auch zwei weitere Produkte vor, die in einer günstigeren Preisklasse zu finden sind und ebenfalls Bada als Betriebssystem installiert haben. Bei einem Blick auf die Marktanteile wird schnell ersichtlich, dass Google mit Android und Apple mit iOS scheinbar uneinholbar vorneweg sind.
Um den dritten Rang gibt es derzeit ein heftiges Ringen zwischen mehreren „kleineren“ Betriebssystemen wie Windows Phone 7, webOS oder auch Bada. Der südkoreanische Konzern erhofft sich durch die Öffnung für andere Hersteller und Entwickler, wohl einen stabilisierten dritten Platz zu erreichen. Mit den Smartphones soll das Ende der Fahnenstange von Bada aber noch lange nicht ausgeschöpft sein. Die Entwickler des Unternehmens arbeiten bereits an einer Umsetzung für internetfähige Fernseher. Zu welchem Zeitpunkt diese dann in einer solchen Kombination im Handel erhältlich sein werden steht aber noch in den Sternen. Nachdem Samsung sein hauseigenes Betriebssystem zumindest teilweise auslagern wird, kamen immer wieder Spekulationen über den Zukauf einer weiteren Oberfläche auf. Da der Smartphone-Hersteller zum aktuellen Zeitpunkt ziemlich stark vom Suchmaschinengigant Google abhängig ist, ging man zuletzt davon aus, dass sich die Verantwortlichen nach einer geeigneten Alternative umsehen. Zwar war des öfteren von einer möglichen Übernahme von HPs webOS die Rede, diese Gerüchte gingen aber schneller wieder als sie überhaupt kamen. Der Grund für die aufkommende „Panik“ im Lager von Südkorea ist teilweise berechtigt. Immerhin hat Google erst vor kurzer Zeit die Übernahme von Motorolas Mobilbranche bestätigt, weshalb etliche andere Hersteller befürchten, dass diese in Zukunft zu kurz kommen könnten.


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