
Nachdem ich der stolze Besitzer einer Nikon D7000 geworden bin, habe ich zahlreiche neue Features ausprobiert. Besonders hat mich die integrierte Funktionalität für Intervall-Aufnahmen begeistert. Ihr kennt bestimmt alle diese coole Videos, wo tausende Menschen vor der Kamera innerhalb von nur wenigen Minuten vorbei rauschen. Doch wie macht man das nach? So zu sagen mit haushaltsüblichen Mitteln?
Das habe ich mich auch gefragt und ein eigenes kleines Experiment durchgeführt.
Als erstes braucht ihr eine Kamera, die in definierten Intervallen (z.B. alle 30 Sekunden) sich einschalten und ein Foto machen kann. Dann braucht ihr ein gutes Stativ. Dieses soll möglichst stabil sein, besonders wenn man eine schwere Kamera mit einem Teleobjektiv benutzen möchte.
Nikon-Menu für Intervallaufnahmen:

Meine D7000 eignet sich dafür sehr gut und als Stativ kommt bei mir preiswertes, aber dennoch stabiles Bilora Perfect Pro C283 zum Einsatz. Bevor man anfängt, sollte man Kamera montieren, Bildstabilisierung (falls vorhanden) abschalten, Kamera manuell fokussieren und Blendenzahl und Belichtungszeit im "M" Modus fest einstellen. Nun startet man die Intervallaufnahmen und die Kamera schießt Fotos automatisch. Für ein minutenlanges Video mit 24fps sind ca. 1440 Aufnahmen notwendig.
Nach einiger Zeit ist es vorbei und man hat hunderte oder tausende von Bildern. Doch was nun? Hier kommt FFmpeg zum Einsatz. Man kopiert alle Dateien in ein Verzeichnis und benennt diese um in "image1.jpg", "image2.jpg" usw.
Für schnellere Bearbeitung empfehle ich außerdem die Bilder etwa auf die Auflösung des Videos zu skalieren, weil sie in der Regel größer als FullHD aus der Kamera kommen. Also 1920x1080 für ein FullHD-Video. Das kann man übrigens mit einem Befehl in der Konsole erledigen, vorausgesetzt man installiert ImageMagick und platziert alle Bilder in ein Verzeichnis, z.B. "originals":
ls -1 originals | xargs -I{} convert -resize 1920x1080 originals/{} {}
Nun kann man mit einem weiteren Befehl alle Bilder zu einem Video umwandeln:
ffmpeg -i image%d.jpg video.mpg-i steht für Input, %d ist ein Platzhalter für die laufende Nummer im Dateinamen.
Wenn man noch zusätzlich eine Audiospur hinzufügen möchte, kann man das einfach wie folgt machen:
ffmpeg -ar 44100 -ab 128k -i music.mp3 -i image%d.jpg video.mpg
Fertig!
So sieht mein Probevideo aus (720 Aufnahmen alle 10 Sekunden):


Kommentare
und was machst du wenn sich die Lichtbedienungen ändern? (es wird nacht...)
Na dann wird's halt dunkel :) Nein, im Ernst, man kann auch Auto ISO verwenden (funktioniert zumindest bei D7000 sehr gut) und so die Unterbelichtung vermeiden
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