
Der finnische Smartphone-Hersteller Nokia hatte es in den vergangenen Wochen und Monaten wahrlich nicht leicht. Trotz der Ankündigung, künftig intensiv mit dem Software-Spezialisten Microsoft zusammenarbeiten zu wollen, lief das Geschäft alles andere als rund. Die Verkaufszahlen nahezu aller Modelle blieben zuletzt deutlich hinter den Erwartungen. Mit der im April angekündigten Symbian Version „Anna“ soll nun der nächste Schritt in eine (wieder) erfolgreichere Zukunft folgen. Wie das Unternehmen in diesen Tagen in einer Pressemitteilung bestätigte, werden aktuell einige Modelle mit dem Update versorgt. Im Speziellen handelt es hierbei um die Smartphones C7, E7, N8 und C6-01. Jedoch sind diese vier Geräte nicht die ersten, die mit Symbian Anna ausgestattet werden. Zuvor brachten die Finnen bereits die Handys E6 und X7 auf den Markt, die von Haus aus auf der aktuellsten Version des hauseigenen Betriebssystems basieren. Hauptsächlich ist die neue Version etwas für das Auge, sprich die Benutzeroberfläche wurde doch relativ deutlich verändert und die Übersichtlichkeit für die Kunden somit erhöht.
Das erste Quartalsergebnis unter Nokia CEO Stephen Elop wurde veröffentlicht und auch wenn das Unternehmen weiterhin wächst, scheinen ihm andere geradezu davonzulaufen. Nokia berichtet, dass sich seine konvergierten Mobiltelefone (oder umgangssprachlich Smartphones) im 4. Quartal 2010 28,3 Millionen Mal verkauft haben - ein doch recht vernünftiger Anstieg zu 20,8 Millionen im Vorjahreszeitraum und 26,5 Millionen im letzten Quartal. Wenn man sich jedoch Nokia im breiten Smartphonemarkt betrachtet, bedeuteten diese Zahlen (laut eigener Schätzung von Nokia) einen Marktanteil von nur 31 Prozent und somit einen nicht geringen Verlust von den 40 Prozent im 4. Quartal 2009 und den 38 Prozent im 3. Quartal 2010. Elop sieht die Situation so:
Nokia plante das N8 vor allem als iPhone-Herausforderer, mit neuer Symbian 3 Oberfläche. Doch das Smartphone soll ein Stromproblem besitzen, dass das Handy einfach ausschaltet. Es lässt sich dann nach Aussage mehrerer Opfer sogar nicht mehr einschalten. Laut Nokia-Manager Niklas Savander seien von dem Bug nur wenige Käufer betroffen. Außerdem wurden zukünftliche N8-Modelle gefixt. Selbstverständlich könne man das fehlerhafte Gerät gegen ein funktionierendes eintauschen, so der Manager. Obwohl es anscheinend nur eine kleine Zahl an Käufern betroffen waren, ging das N8 mehrmals zurück. So kann das Teil noch so toll sein. Fehler will niemand haben. Einige Geschäfte verkaufen sogar nur noch auf Bestellung das Nokia-Phone. Das wird Nokia sehr treffen, vielleicht sogar der Ruin. Ans iPhone kommt das N8 auf alle Fälle nicht ran.
