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blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen

blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen

Bei einem Konkurrenten wie Google hat man es wahrlich nicht leicht, eine neue Suchmaschine im Web zu etablieren. Als Startup-Unternehmen gilt es, sich dann zuvor noch gegen die anderen Mitstreiter (Yahoo, Bing, …) durchzusetzen.

Viele haben sich an diesem Unterfangen bereits die Zähne ausgebissen. Das Team um Blekko will den Versuch trotzdem wagen. Das Rezept: ein völlig neuartiges Prinzip – „Web Spinning“ oder ein Versuch das Ganze ins Deutsche zu übertragen – Perspektivisches Suchen.
Seit gut 2,5 Jahren basteln die Entwickler nun schon an ihrem Projekt, in das mittlerweile stattliche 20 Millionen US-Dollar geflossen sind. Mit an Board sind ehemalige Developer von AOL, Netscape, Topix und sogar dem wohl größten Rivalen Google. Gerade in Bezug auf den unangefochtenen König aller Suchmaschinen, distanziert sich das Unternehmen jedoch von einem konkurrierenden Nebenbuhler-Image:

[…] So let's just get this out of the way: there is no such thing as a Google killer. […]Google is here to stay. […]So why join a search start-up then? Because I don't believe to be successful in this business you need to be a Google-killer. In fact, trying to be a Google-killer is probably the one sure way not to succeed […]
(Statement des blekko CEOs Rich Skrenta, auf dem offiziellen blekko Blog)

Ein kluger Schachzug, schließlich ist es nicht unbedingt intelligent, den Meister der Klassen zu erzürnen, bevor blekko überhaupt das Licht der Welt erblickt. Denn momentan befindet sich das Projekt noch in der Closed Private Beta. Worin besteht nun aber das Besondere in blekko?

Slashtags
Ganz klar – mit den altbewährten Methoden kommen Neulinge im Suchmaschinen Business nicht mehr weit, dafür ist der Markt schon zu überschwemmt. Etwas Neues muss also her. Blekko setzt hierbei auf die eigens kreierten Slashtags, die mir helfen sollen, meine Suche durch Perspektivierung zu konkretisieren und unerwünschten Spam außen vor zu lassen.

Ein paar Beispiele zum Prinzip:

blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen

Nehmen wir mal an, ich interessiere mich für Blogs – und zwar wirklich nur für Blogs — zum Thema IT. Gebe ich nun „IT“ und dahinter den Slashtag „/blogs“ ein, sollte blekko nun dafür sorgen, dass ich auch lediglich IT-Blogs zu Gesicht bekomme und keine Verkaufsseiten, Spam oder Wikipedia-Artikel.

Will ich mich beispielsweise nach einem Studentenjobs im Discount Markt umsehen, den ich im September beginnen kann, hilft mir blekko theoretisch weiter wenn ich „student /job /september /discounter“ eingebe (jaja, ich weiß, es wäre schön, wenn man wirklich so einfach Jobs finden könnte ;) ). Man kann also auch mehrere Slashtags miteinander kombinieren.

Mit „google /pc.de“ durchsuche ich ausschließlich PC.de nach Beiträgen zum Thema Google, ohne PC.de selbst besuchen zu müssen.

Möchte ich wissen, wie eine bestimmte Partei zur Atomenergie steht, erhalte ich entsprechende Infos mit der Eingabe „atomenergie /partei“ und kann so gleichzeitig leicht zwischen einzelnen Standpunkten wechseln, indem ich den Parteinamen durch einen anderen ersetze.

Ein offenes Buch
Nicht vieles ist so Mythen umrankt wie die Algorithmen, die dem Google Page Ranking zu Grunde liegen. Im Netz findet man hierzu die wildesten Theorien. blekko will es Suchmaschinenoptimierern in diesem Punkt einfach machen. Alle Daten, die in das blekko Ranking spielen werden von Anfang an mit entsprechenden Statistiken für jede indexierte Seite offen gelegt.

[…] One more reason the content farmers aren't going to be happy: we're opening up all the data that is the core foundation of their business. Link data, site data, rank data — all there for everyone to see. In one fell swoop the playing field just got leveled […]
(Co-Founder Michael Markson auf seinem Blog).

blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen
blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen

SEO mal anders?
Neben den von blekko zu Anfang zur Verfügung gestellten Slashtags, haben die User die Möglichkeit, Seiten selbst mit diesen zu versehen. Haben es so Websites, die es geradezu auf SEO anlegen nicht um Vieles leichter? Laut blekko ist dem nicht so. „SEO gamer“ sollen durch die manuelle Filterung automatisch aussortiert werden.

Das Team von TechCrunch konnte ein Private Beta Ticket erhaschen und hat's schon ausprobiert:
blekko – Ein neues Prinzip, eine neue Art zu suchen

blekkos „Web Search Bill of Rights”
Hier einmal die Unternehmensprinzipien blekkos, die vom Konzern selbst deklarierten „Web Search Bill of Rights”, in englischer Version zu finden auf dem offiziellen blekko Blog:

1. Die Suche soll für alle offen sein.
2. User sollen letztendliche Suchergebnisse mit beeinflussen können.
3. Ranking Daten sollen nicht geheim gehalten werden.
4. Web Daten sollen leicht zugänglich sein.
5. Die Suche ist nicht durch spezielle Vorgaben limitiert.
6. Eine erweiterte, fortgeschrittene Suche soll ermöglicht werden.
7. Suchmaschinen-Tools sollen allen zur Verfügung stehen.
8. Es gibt ein konstruktives Miteinander zwischen Suche und Community
9. Spam hat in Suchergebnissen nichts verloren.
10. Die Privatsphäre der Nutzer soll nicht verletzt werden.

Zu schön, um wahr zu sein?
Hört sich das nicht alles fast zu gut an? Zugegeben: Sollte blekko seine Prinzipien so umsetzen wie geplant, dürfen wir gespannt sein, ob es endlich mal wieder jemandem gelingt, auf dem Suchmaschinenmarkt ein paar Wellen zu schlagen, wenn auch vermutlich nur im Schatten von Google.

Dennoch drängen sich doch einige kritische Fragen auf:

Wenn blekko seine Arbeitsweise tatsächlich so offen legt, wird es den gefürchteten „SEO gamern“ dadurch nicht gerade ungemein erleichtert, diese zu hintergehen?

Weiterhin setzt blekko scheinbar enorm auf die User-Kollaboration, wenn es um die Erweiterung ihrer Slashtag-Datenabank geht. Was sollte mich als Nutzer tatsächlich so motivieren, besuchte Seiten zu taggen? Will ich nicht einfach nur finden, anstatt anderen dabei zu helfen zu finden?

Trotz einiger umherschwirrender Nebelschwaden bin ich doch sehr gespannt, was uns mit blekko erwartet. Das angestrebte Konzept ist jeden Falls mal erfrischend anders. Auch wenn ich dem Ganzen momentan eher skeptisch gegenüberstehe, was die Durchsetzungsfähigkeit angeht, wünsche ich den Entwicklern alles Gute. Ein konkreteres Urteil kann man sich sicherlich erst nach einigen Wochen oder Monaten des Betriebs bilden. Einen Blick ist das System meiner Meinung nach auf jeden Fall wert.

Zu guter Letzt noch ein Interview mit den Machern:



Wie sieht es mit euch aus? Braucht ihr sowas? Wollt ihr sowas? Hat blekko eine Zukunft?

3006 Mal gelesen
+4
5. Aug 2010, 20:29

Kommentare

(3)
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Klener 6. Aug 2010, 00:10

Interessante Idee, aber Google könnte ja theoretisch einfach mitziehen und etwas Ähnliches realisieren…

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Hookey 6. Aug 2010, 09:40

Das befürchte ich auch. Sollte blekko wirklich das Potential haben, eine breitere Masse anzusprechen, wird Google schon rechtzeitig den Fuß in der Tür haben und dann entweder mit einem ähnlichen System punkten, oder noch wahrscheinlicher, Kooperationsverhandlungen führen.

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NicoleHaase 13. Aug 2010, 14:05

Allerdings ist bei Google wirklich nur etwas entfernt ähnliches vorstellbar in puncto offen legen des Ranking-Hintergrundes.

Ich hoffe, das lässt auf ein autarkes Angebot bauen.


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