
Seltsamerweise haben wir jedoch genau solch einen Standard etabliert, der dies bewiesenermaßen tut. CAPTCHA (oder auch „ Completely Automated Public Turing test to Tell Computers and Humans Apart") ist eine Methode, die wir auf Webseiten anwenden um zu verifizieren, dass der User ein Mensch ist und kein, sagen wir mal, Spam-Bot oder eine andere schädliche Software, welche nur vortäuscht ein Mensch zu sein. CAPTCHA's werden oft bei User-Anmeldungen benutzt, bei Formularen für das Einbringen von Kommentaren und vielen anderen interaktiven, online Interfaceanwendungen.
Sicher steht, dass CAPTCHA's unerwünschte Spamemails reduzieren, doch zu welchem Preis?
CAPTCHA's können geschäftsschädigend sein
Wie oft geben User auf, wenn sie mit einer CAPTCHA konfrontiert werden? Eine Fallstudie von SEOmoz schätzt, dass, über einen Zeitraum von 3 Monaten, knapp 3,2 % aller Umwandlungen von insgesamt 50 Webseiten verloren gehen, wenn CAPTCHA's als Verifizierung verwendet werden. Andere Studien meldeten einen ähnlichen Potenzialverlust für den Umsatz; so sprachen einige Studien sogar von 10 % fehlgeschlagener Umwandlungen.
Niemand mag Spamemails, doch sind die Kosten, die durch den Verlust von potentiellen Kunden entstehen, es wert?
CAPTCHA's verhindern User-Interaktion
Ein weiterer Preis, den die CAPTCHA's fordern, ist, dass sie die User von der Interaktion abhalten. So wie ein Leser es vielleicht ablehnt einen Post auf einem Blog zu lesen, weil der Text zu lang ist, so mag ein User sich auch dagegen entscheiden, ein Formular auszufüllen, die eine CAPTCHA beinhaltet, schlicht und ergreifend wegen des Zeitverlustes.
Selbst die User, die sich entscheiden die CAPTCHA zu lesen, werden nicht lange verweilen, wenn sie den Test 2- oder 3-mal nicht bestehen. Für User gehört der CAPTCHA-Test nicht zu den erwarteten Aufgaben, während sie versuchen ihre Ziele im Internet zu erreichen. Es ist im Grunde genommen nur eine weitere Barriere zwischen ihnen und dem erhofften Resultat. Kurz gesagt, eine CAPTCHA hält den User auf und führt zu einer niedrigeren Zufriedenheit als die Alternative.
CAPTCHA's sind unzugänglich für Menschen mit Beeinträchtigung
Der durchschnittliche CAPTCHA-Test besteht aus einer Reihe von windschiefen/verzerrten Textbuchstaben als Bild. Diese Verzerrung macht es für den Computer äußerst schwierig die Zeichenreihe zu erkennen, doch ein Mensch kann normalerweise den Text des Bildes in ein Eingabeformular kopieren. Menschen, die blind sind oder ein schlechtes Sehvermögen haben, werden jedoch den Text nicht lesen können.
So haben einige Seiten angefangen hörbare Audio-Alternativen zu den visuellen CAPTCHA's anzubieten, doch gibt es noch immer eine Tonverzerrung, die es erschwert sich als Mensch auszuweisen.
Sollten Sie eine CAPTCHA benutzen?
CAPTCHA's, so steht fest, sind keineswegs eine Ideallösung, doch bleiben sie ein notwendiges Übel bis eine bessere Alternative nachweislich funktioniert. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sollte diese Frage wohl von Fall zu Fall entschieden werden.
Bevor eine CAPTCHA verwendet wird, ist es ratsam, Alternativen zu erwägen und auch den potentiellen Kostenverlust, der durch solch einen Verifizierungstest entsteht. Wird eine CAPTCHA Ihrem Unternehmen schaden? Wird der Test mehr User davon abhalten mit ihrer Seite zu interagieren? So mag es vielleicht erwägenswert sein einen A/B Split Test durchzuführen, um sicherzugehen.
Welche andere Wege gibt es die Menschlichkeit eines Users zu verifizieren? Welche Alternativen haben Ihnen effektiv geholfen?


Kommentare
Ich als Entwickler muss sagen, dass CAPTCHAs extrem hilfreich sind, und wenn ein Benutzer sich für das — eventuelle sogar kostenlose — Angebot interessiert sollte ihn so etwas nicht abhalten.
Außerdem ist es nur in seinem eigenen Interesse, dass sich nicht Bots und Co. an die Seite machen.
Außerdem gibt es auch Alternativen für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Wobei ich mir auch schon Sachen ausgedacht habe, die Benutzer gar nicht sehen und relativ gut Bots abhalten. ;)
Die "Sachen" sind relativ bekannt. Versteckte Eingabefelder, über JS eingefügte Elemente usw. Das funktioniert auch ziemlich gut, solange man nicht gezielt von Bots attackiert wird. Sonst hilft da nichts mehr außer Captchas und IP-Filter.
Naja, nicht nur versteckte Felder, da sind dann eben auch noch zufällige Hashs, minimale Eingabezeit, usw. drinne. Weiß ich jetzt selber nicht genau, ist schon ein bisschen länger her. :)
Hatte jedenfalls damit noch keine Probleme.
Ein Fan von JS bin ich nicht. Dazu muss ich sagen, dass ich auch noch nie gezielt angegriffen worden bin.
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