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EA-Origin - Community gegen Konzern

Das Kontrollprogramm des Spielentwickler Electronic Arts sorgte für heftige Diskussionen in der Gaming-Community und brachte dem Konzern heftige Kritik und schwere Vorwürfe ein. Schnell geriet die Software als üble Spyware in Verruf und löste einen wahren Sturm der Entrüstung aus. Doch was ist dran an den Vorwürfen? Was sollte jeder Nutzer über das Programm wissen, und welche Möglichkeiten bleiben dem Spieler möglicher Spionage zu entgehen?


Die Vorwürfe:
Das Misstrauen begann bereits, nachdem die mehr als fragwürdigen Nutzungsbedingungen von ersten findigen Usern genauer unter die Lupe genommen wurden, und EA die tief greifenden Rechte, die es sich kurzerhand selbst einräumte auch auf wiederholte Nachfragen nicht zufrieden stellend rechtfertigen konnte. Die ausweichenden Stellungnahmen des Unternehmens, das offensichtlich selbst von der Heftigkeit der Vorwürfe überrumpelt wurde, ließen die Skepsis gegenüber dem Programm nur noch weiter wachsen, bevor die Vorwürfe eines so genannten Schnüffel-Scans endgültig einen Sturm der Entrüstung in Internetforen auslösten.

Die Fakten:
Wie bereits angedeutet blieb EA bis heute trotz ausführlicher Stellungnahmen zu dem Theme eine Erklärung schuldig, wie beispielsweise Vertragspassagen, die ein komplettes Scannen des Computers ohne Wissen des Kunden ermöglichen, zu rechtfertigen sind. Zwar wurden als Reaktion auf die zahllosen Beschwerden einige umstrittene Passagen kurzerhand aus dem Lizenzvertrag gestrichen, doch zweifellos bleibt mehr als nur ein fader Beigeschmack angesichts solch merkwürdiger Ansprüche.
Den Ruf als Spionageprogramm verdankt die Software der Tatsache, dass sie Windows um Zugriffsrechte für bestimmte Verzeichnisse und Ordner bittet, woraufhin das Betriebssystem nach Angaben von EA tatsächlich sämtliche Verzeichnisse im Programm-Data-Verzeichnis durchsucht, was nötig sei, um Aktualisierungen und Installationen von Spielen durchzuführen. Das Unternehmen beteuerte wiederholt, dass die Informationen aus den durchsuchten Ordnern EA zu keinem Zeitpunkt vorlägen und erst Recht nicht an Firmenserver übermittelt würden. Diese Erklärung erscheint zwar auch Experten plausibel, erfordert aber ein gewisses Vertrauen gegenüber dem beteiligten Konzern, zu dem jedoch inzwischen verständlicherweise nur noch die wenigsten Kunden bereit sind.

Was kann ich tun?
Um es kurz zu machen: es gibt keine legale Möglichkeit um Origins herumzukommen, ohne auf die beliebten Spiele des Publishers zu verzichten. Viele potentielle Kunden entschieden sich deshalb kurzerhand dazu EA zu boykottieren und lieber auf das Vergnügen zu verzichten, als ein solches Risiko der Spionage einzugehen und dabei das Unternehmen sogar noch finanziell zu unterstützen. Vielerorts wurde ein solches Vorgehen belächelt, da die Meinung vorherrscht, solche Versuche einen globalen Konzern zu schädigen seien nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Doch vor dem Hintergrund der harten brancheninternen Konkurrenz durch Blizzard und andere aufstrebende Publisher kann es sich Electronic Arts objektiv betrachtet tatsächlich kaum leisten Käufer derart leichtfertig zu verlieren, wodurch eine solche, recht drastische Entscheidung zum Boykott durchaus seine Berechtigung hat.

Fazit:
Eine eindeutige Empfehlung wie mit EA Origins umgegangen werden sollte existiert schlichtweg nicht, da jeder für sich selbst abwägen muss, wie wichtig ihm die Sicherheit seiner Daten ist, oder anders gesagt wie schnell er bereit ist dafür auf Computerspiele zu verzichten. Darüber hinaus ist es letztendlich praktisch nicht möglich überhaupt das Risiko einzuschätzen, das von Origin ausgeht, da sich selbst Experten uneinig sind und wohl weder die Aussagen des Konzerns, noch die Hetzreden der Ankläger komplett der Wahrheit entsprechen. Dem einfachen Nutzer bleibt wie so oft nichts anderes übrig, als sich bestmöglich zu informieren und dem Konzern eine ganze Menge blindes Vertrauen entgegen zu bringen - oder sich von ihm abzuwenden.
3453 Mal gelesen
+3
14. Aug 2012, 02:19

Kommentare

(1)
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Preuss 2. Aug 2013, 09:25

Was hierbei natürlich interessant wäre ist, ob die Daten die an EA versendet werden ggf. gefiltert werden könnten. Dies wäre natürlich eine Ultimative Lösung um selbst zu bestimmen, was ein- und aus geht. Dies könnte aber möglicherweise durch EA auch als "Manipulationsversuch" gewertet werden können und somit ggf. zum Ausschluss führen (Sprich, der Zugang würde einfach gesperrt werden).


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