
Habt ihr vor, demnächst ein Soziales Netzwerk oder eine anderweitige Online Community ins Leben zu rufen oder tut das vielleicht schon, seid gewarnt: Habt ihr entweder das Wort
„Face“ oder die Nachsilbe
„book“ im Namen eurer Plattform oder eurer Internetadresse untergebracht, kann das jetzt böse für euch enden. Denn Facebook kämpft in diesem Kontext nun allen Ernstes um die Alleinherrschaft der beiden Worte.
Erst vor einigen Tagen machte Facebook bereits mit seiner Klage gegen
Teachbook, einer Online Community für Lehrer, wiederholt auf sich aufmerksam. Eine gerichtliche Entscheidung in diesem Fall liegt noch nicht vor. Erfolgreich ist man aber bereits gegen das Reiseportal Placebook vorgegangen, welches dazu gezwungen wurde seinen Namen zu ändern und nun
triptrace heißt.

Facebook duldet laut eigenem Statement keine Nutznießer des vom Unternehmen so markant geprägten Suffixes „book“:
„If others could freely use ‘generic plus BOOK’ marks for online networking services targeted to that particular generic category of individuals, the suffix BOOK could become a generic term for ‘online community/networking services’ or ’social networking services’” (Ausschnitt aus dem Gerichtsantrag Facebooks)
Klar, dass es für den Konzern nun nahe liegt, denselben Gedankengang ebenso zum Wörtchen „Face“ zu führen. Dem britischen Unternehmen CIS Internet Limited und seiner Internetpräsenz
Faceparty.com hat man bereits 2008 das Recht auf Markenanmeldung des Wortes abgekauft. Seitdem laufen auch die Verhandlungen.
Ironischer Weise ist der zur Zeit einzig Einspruch erhebende Gegner in diesem Prozess niemand anderes als
Aaron Greenspan, mit welchem Facebook Chef
Zuckerberg schon früher vor Gericht stand, da sein ehemaliger Studienkollege wohl als der eigentliche Erfinder des Systems hinter Facebook zu gelten scheint.

Greenspans Firma
Think Computer ist unter anderem für die mobile Finanztransfers-App
FaceCash verantwortlich. Verständlich also, dass der Harvard Absolvent massive Konsequenzen für sein Unternehmen auf sich zukommen sieht, sollte es Facebook gelingen, das Wort „Face“ für sich zu beanspruchen:
“The possible registration has implications for my company (not to mention hundreds of others, including Apple, Inc.), so I’ve decided to ask the USPTO [United States Patent and Trademark Office] for an extension of time to oppose it” (aus Greenspans E-Mail an TechCrunch)
Greenspan will so nicht nur verhindern, dass er — zumindest nicht allzu bald — ein saftiges Bündel Klagen auf seinem Schreibtisch liegen hat, sondern möchte sich auch die Option offen halten, selbst Anspruch auf das Wort zu erheben. Das Gelingen eines solchen Unterfanges erscheint doch mehr als fraglich, aber soweit zunächst seine Pläne.
Ich muss natürlich zugeben, dass auch ich bei Namen, die am Anfang ein „Face“ oder am Ende ein „book“ stehen haben, recht schnell eine, wenn auc h eher indirekte, Assoziation mit Facebook vollziehe. Dennoch frage ich mich, ob es wirklich rechtens sein kann, solche eben generischen Begriffe wie „Face“ und „book“, für sich allein zu beanspruchen. Keine Frage: bei zusammengesetzten Begriffen, wie eben „Facebook“, für welches Facebook ja bereits das Markenzeichen besitzt, lässt sich nicht darüber diskutieren.
Wie denkt ihr darüber?
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Kommentare
Das ist einfach lächerlich. Face, Book, Apple… Was kommt als nächstes?
Ich möchte mich gerne deiner Meinung anschließen! Wenn Firmen besondere Kunstnamen für sich schützen lassen, dann ist das ja an für sich okay. Die Verwendung der Wörter "Face" und "Book" im Einzelnen zu unterbieten ist wirklich lächerlich. Wenn diese Entwicklung so weiter fortschreitet, befürchte ich, dass große Konzerne diesem Beispiel folgen werden, um ganze Produktketten an sich zu binden. So kommen dann vielleicht auch beispielsweise harte Zeiten für alle „Kakao Drink“- Hersteller, die sich dann andere Namen für ihr Produkt ausdenken müssen.
Da habt ihr absolut Recht! Schon erstaunlich wie größenwahnsinnig die Gier nach mehr doch immer wieder machen kann. Natürlich könnten andere Betreiber von der (inzwischen) Facebook Charakteristik der beiden einzelnen Worte profitieren. Im Gegenzug glaube ich aber kaum, dass Facebook bei seinem derzeitigen Status dadurch nennenswerte Einbuße zu verzeichnen hätte. Aber man will dem Anderen einfach nichts gönnen. Das scheint mir der Hauptgrund. Und was sollen beispielsweise kleine Startups unternehmen, wenn sich sich im Gericht einem Riesen wie Facebook gegenüber sehen? Im Zweifelsfall ist auch das wieder nur eine Frage von Geld und wer da den Kürzeren zieht, ist wohl klar.
Es ist total unmelschlich WORTE aus dem gebräuchlichen wortschatz für SICH beanspruchen
zu wollen
naja ich hab nicht mehr dazu zu sagen als "FACE und BOOK" ist und soll auch FÜR ALLE DA SEIEN
:)
gruß FPaul
p.s: rechtschreibfehler sind z uentschuldigen
Und was würde Facebook zu ebook.com/ sagen?
Die haben ja einfach die ersten drei Buchstaben weggelassen :)
Unsere Non-Profit-Organisation zur Förderung des internationalen Designdialogs hat sich vor Jahren beim Europäischen Patentamt die Wortmarke »Face to Face« erfolgreich schützen lassen und auch eine entsprechende Domain seit langem im Einsatz (www.face-to-face.eu). Wir veranstalten seit 10 Jahren internationale Konferenzen für Wirtschaft und Design. Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es an der Markennutzung juristisch etwas zu rütteln gibt.
Mein Umzug ist schon geplant, am 15.09 zieht mein Social-Network Profil zu Diaspora um ;) Hoffe nur das genügend mitziehen damit das "Social" nicht auf der Strecke bleibt, hab da allerdings so`ne dumme Ahnung das ich ein paar Abstriche an meine Erwartung machen muss…
Leider juckt es doch eine ganze Menge nicht was um Dinge, wie hier Facebook, geschieht. Muss da grad an MM-Markt denken der einen Klein-Händler nach dem anderen abgemahnt und sicher auch in den Ruin getrieben hat, gejuckt hats nicht wirklich jemanden :(
Aber leider sind viele noch zu bequem und gleichgültig. Was macht schon das bisschen ungeschützte Daten, für was soll ich "Face" und "Book" noch irgendwo schreiben dürfen, hauptsache ich kann den auf der Arbeit Farmville spielen und mit Menschen kommunizieren die mir sonst herrlich egal sind…
Ps: facecash.com schlägt schon ins Leere, funktioniert aber noch wie hier zu sehen ist :(
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