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Google ist für 6% des gesamten Internet-Traffics verantwortlich

Google ist für 6% des gesamten Internet-Traffics verantwortlich

Noch vor fünf Jahren wurde der größte Teil des Internetverkehrs durch Tier-1-Provider wie AT&T, Verizon, Level 3 Communications und Global Crossing gemanagt, welche alle wiederum mit Tausenden von Tier-2-Providern und regionalen Anbietern vernetzt waren. Heute sieht es jedoch anders aus. Anstatt dass der Verkehr durch Zehntausende von Netzwerken fließt, kontrollieren nur 150 Netzwerke rund 50% des gesamten Onlineverkehrs. Es ist nicht überraschend, dass Google zu diesen neuen Supermächten des Internets gehört. Der Suchmaschinenriese ist sogar für den größten Anteil (6%) des weltweiten Internetverkehrs verantwortlich.

Diese Daten entstammen aus einem Bericht von Arbor Networks, der die Ergebnisse einer zweijährigen Studie mit 256 Exabytes an Internet-Traffic-Daten zusammenstellt und damit die größte Untersuchung zum globalen Traffic seit der Einführung des kommerziellen Internets Mitte der 90er Jahre ist.

"Hyper Giagnten" bestimmen heutzutage das Internet
Der größte Trend, der sich im Bericht von Arbor Networks abzeichnet ist eindeutig die Konsolidierung des Internets. Das Internet ist heute "flacher" und "enger vernetzt" als jemals zuvor, stellt Danny McPherson, Chief Research Officer bei Arbor Networks, heraus. Doch nicht nur Google ist für einen Großteil des Verkehrs verantwortlich. Zusätzlich gibt es weitere 30 große Firmen, die Seiten wie Facebook, Microsoft und YouTube umschließen und die Quelle für unverhältnismäßige 30% des gesamten Internetverkehrs darstellen.

Laut Craig Labovitz, dem Chief Scientist von Arbor Networks, läutet dieser Wandel den Beginn einer neuen Internetphase ein, in der es nicht länger darum geht, Websites lediglich zu kontaktieren. Vielmehr "haben die größere Organisationen in den vergangenen zwei Jahren kleinere Seiten gekauft, so dass im Juli 2009 30% des Internets im Besitz einiger weniger großer Unternehmen waren." Die Übernahmen sind das Ergebnis von Milliardensummen, die in die kleineren Firmen investieret wurden, so dass ein Kern von "Hyper Giganten" entstand – ein Begriff, der durch den Bricht ins Leben gerufen wurde.

Die anderen Firmen, welche die Liste ergänzen umfassen Namen wie Akamai, Limelight, BitGravity, Highwinds und Gravity – kaum geläufige Namen und sicherlich keine großen Telekommunikationsanbieter. Stattdessen stellen diese sog. Content Delivery Networks (CDNs) das neue Rückgrat des Internets dar und helfen große Datenmengen im Netz zu bewegen.

Auf Wiedersehen P2P, hallo Media-Streaming
Die Konsolidierung ist allerdings nicht der einzige Trend, der sich in den Forschungsergebnissen abzeichnet. Es wird ebenfalls berichtet, dass ein starker Abfall im Peer-To-Peer-Traffic zu verzeichnen ist. Dieser machte noch vor zwei Jahren 40% des gesamten Verkehrs aus. Bis heute ist der P2P-Verkehr auf 18% abgefallen, was jedoch noch immer eine stolze Zahl ist. Warum kam es zu diesem Wandel? Den größten Einfluss hat wohl die Tatsache, dass das File-Sharing, das zwischen den späten 90ern bis in die frühen 2000er Jahre über Netzwerke wie Limewire und Napster stattfand, heutzutage weitläufig durch das Video-Streaming auf Seiten wie YouTube, Hulu und Netflix ersetzt wurde. Da diese Services einen einfacheren Zugang zu Medien ermöglichen, haben die Konsumenten dem komplizierten P2P den Rücken zugekehrt, um diese häufig kostenlosen und werbeunterstützten Angebote zu nutzen. Labovitz vermutet, dass der Video-Traffic heutzutage rund 20% des Web-Verkehrs ausmacht.

Betrachtet man den generellen Internet-Verkehr, ist mehr als die Hälfte (52%) webbasiert, während es 2007 nur 42% waren. Der restliche Traffic ist auf Emails und private Netzwerke zurückzuführen.
Ein "dramatischer" Wandel?

"Zu behaupten, dass sich das Internet in den vergangenen fünf Jahren dramatisch verändert hat, ist ein Klischee, denn das Internet wandelt sich stets auf bemerkenswerte Weise", merkt Labovitz an. "Allerdings konnten wir im Laufe der letzten fünf Jahre gleichbedeutend einschneidende Veränderungen im grundlegenden Geschäft des Internets bezeugen." Er fügt hinzu: "da die Inhalte schneller werden und sich die Qualität verbessert, verändert sich das Gesicht des Internets.“
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15. Mär 2010, 12:11

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