
Sowohl im Internet wie auch in sämtlichen anderen Medien lag in dieser Woche im Bezug auf die IT-Szene mit Sicherheit die Festnahme von mutmaßlichen Mitgliedern der Hackergruppe Anonymous im absoluten Blickpunkt. Obwohl im Zuge mehrere Razzien insgesamt 21 Cyberkriminelle – deren Wohnsitze sich quer durch die USA und die Niederlande verteilten – gefasst werden konnten, scheint es weiterhin eine Reihe weiterer Drahtzieher hinter Anonymous zu geben. Kaum musste die Hackergruppe aufgrund der Festnahmen personelle Einbußen hinnehmen, zeigte sich der Clan weiterhin wie gewohnt kampflustig. In einer neuerlichen Aussendung teilte die Gruppe mit, dass man im Besitz geheimer Nato-Dokumente sein soll. Wie ernst diese Drohung zu nehmen ist, wollte die Organisation einstweilen noch nicht kommentieren. Es wäre zwar durchaus denkbar, dass mit dieser Ankündigung lediglich Druck auf die amerikanischen Behörden ausgeübt werden soll, dennoch lässt es sich natürlich nicht ausschließen, dass im Zuge eines Hackerangriffes tatsächlich sensible Daten entwendet worden sind.
Zumindest innerhalb der Nato werden diese Meldungen seitens Anonymous durchaus ernst genommen. Aus diesem Grund hat das Militärbündnis auch direkt mehrere Sicherheitsexperten zu Rate gezogen, die einen möglichen Diebstahl von sensiblen Daten überprüfen sollen. Dies bestätigte ein Sprecher aus der belgischen Hauptstadt Brüssel in dieser Woche. Sofern die Hacker wirklich mehrere Dokumente — die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind stehlen konnten — hoffen die Mitglieder der Nato, dass Anonymous von einer Veröffentlichung der Dateien absieht.
Immerhin könnte dies dazu führen, dass mehrere Streitkräfte, Nato-Verbündete und auch Bürger durch eine solche Aktion in Gefahr geraten könnten. Wie viele Daten tatsächlich entwendet wurden ist noch nicht bekannt. Über den Twitter-Account von Anonymous konnte man aber gegen Ende der Woche lesen, dass die Gesamtgröße aller Dokumente insgesamt ein Gigabyte betragen soll. Angesichts der Tatsache, dass eine reine Textdatei in der Regel nur wenige Kilobyte groß ist, müsste es sich um eine beträchtliche Anzahl an gestohlenen Dokumenten handeln. Bereits in der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass mit Anonymous nicht zu spaßen ist.
Als Beweis, dass es sich in diesem Fall um keinen Bluff handelt, präsentierte die Gruppe der ambitionierten Hacker vorläufig zwei Dokumente, die angeblich aus der Datenbank der Nato gestohlen worden sein sollen. Die Organisation wollte die Echtheit der veröffentlichten Anlagen weder bestätigen noch dementieren. Zumindest scheint bei der Hackergruppe vorläufig noch der Verstand zu siegen. Neben dieser Drohung über Twitter wurde aber auch in gewisser Weise zurück gerudert. In einer weiteren Erklärung bekam die Öffentlichkeit zu hören, dass zum jetzigen Zeitpunkt auf gar keinen Fall alle Dokumente publiziert werden, da dies zu einer mittelgroßen Katastrophe führen würde.


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