
Wie seit einiger Zeit bekannt ist, planen die Verantwortlichen von Hulu einen Verkauf ihres Videodienstes. Nun sind erste Informationen bezüglich der ernsthaften Interessenten ans Tageslicht gekommen. Die Los Angeles Times – eine der größten amerikanischen Zeitungen – will in Erfahrung gebracht haben, dass sich derzeit drei der größten IT-Konzerne der Welt um Hulu bemühen. In dem Zeitungsbericht sind sogar erste Namen gefallen. Angeblich handelt es sich bei diesen drei Verhandlungspartnern um den Software-Produzenten Microsoft sowie die beiden Suchmaschinenbetreiber Google und Yahoo. Welches dieser drei Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt die besten Chancen auf eine Übernahme hat, wurde hingegen nicht verlautbart. Da die Los Angeles Times eigentlich weltweit als ziemlich seriöse Zeitung anerkannt ist, kann an dieser Meldung durchaus etwas dran sein. Die Informationen sollen Insider die mit der Situation vertraut sind, an die Zeitung weitergeleitet haben. Allerdings legten diese Personen höchsten Wert darauf, dass ihr Name anonym bleibt, da es sich doch um relativ vertrauliches Material handelt.
In den kommenden Tagen und Wochen sollen einige Verhandlungsrunden zwischen den Besitzern von Hulu und den drei Großkonzernen stattfinden. Den deutschen – und auch allen anderen europäischen – Nutzern, werden mit dem Begriff Hulu möglicherweise nicht so viel anfangen können. Dies liegt in erster Linie daran, dass der Service des Dienstes nur aus dem amerikanischen Netz in Anspruch genommen werden kann. Dabei bietet die Plattform eine ganze Reihe an bekannten Serien, Spielfilmen und Trailer teilweise kostenlos per Stream an. Als Betreiber der Seite gelten NC Universal sowie die News Corporation. Letzteres Unternehmen stand bereits in der vergangenen Woche im Mittelpunkt des Interessanten. Dies liegt daran, dass der Konzern das soziale Netzwerk MySpace zu einem ziemlich niedrigen Preis weiterverkauft hatte.
Die Verantwortlichen der beiden Unternehmen sollen sich – was den möglichen Verkauf des Hulu-Dienstes betrifft – durchaus gesprächsbereit zeigen. Zwar sollte der Dienst eigentlich nicht mit aller Kraft verkauft werden, seit dem ersten Angebot von Yahoo hat jedoch scheinbar ein Umdenken bei den Besitzern stattgefunden. Im Prinzip ist es nur wenig verwunderlich, dass sich nach Yahoo auch Microsoft und Google in den Kampf um eine Übernahme eingeschaltet haben. Dabei ist der Blick dieser drei Unternehmen ganz eindeutig in die Zukunft gerichtet. Seit einiger Zeit befinden sich diese sogenannten Streamingdienste – wie Hulu einer ist – ganz klar auf dem aufsteigenden Ast. Da die Konzerne also wohl von steigenden Nutzerzahlen und somit auch Einnahmen ausgehen, erscheint ein Kauf zum jetzigen Zeitpunkt besonders interessant zu sein. Doch auch wenn sich Hulu möglicherweise noch immer im Wachstum befindet, können sich die aktuellen Einnahmen mehr als nur sehen lassen.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 sollen alleine 350 Millionen Euro an Werbeeinnahmen und Gebühren für den „Hulu Plus“-Dienst auf das Konto der Betreiber geflossen sein. Vor allem für Google würde eine Übernahme von Hulu Sinn machen. Erst vor einigen Wochen kündigte man nämlich an, dass auf der YouTube-Plattform in Zukunft mehr hochwertige Inhalte zur Verfügung gestellt werden sollen. Durch die Verknüpfung mit dem bestehenden Hulu-Dienst würden sich künftig auch TV-Serien oder komplette Filme über das größte Videoportal der Welt ansehen lassen. Doch auch Microsoft und Yahoo sehen in Hulu ganz klar eine gute Möglichkeit, um ihre Einnahmen weiter steigern zu können. Viele deutsche Nutzer stellen sich nun möglicherweise die Frage, was denn den Erfolg von Hulu ausmacht. In erster Linie sind dies die exklusiven Rechte an den derzeit angesagten TV-Serien wie etwa „How I Met Your Mother“ oder „Glee“. Schon alleine durch diese Tatsache, war das Interesse der amerikanischen Internet-Nutzer praktisch vom ersten Tag an relativ groß. Demnächst könnte das Unternehmen die magische Marke von einer Million Zuseher pro Tag erreichen. Dennoch muss sich der potentielle Käufer auf jeden Fall im Klaren darüber sein, dass früher oder später die Lizenzen mit den großen amerikanischen Fernsehanbietern auslaufen würden.
Bis sich um eine eventuelle Verlängerung dieser Kooperation jedoch der Kopf zerbrochen werden muss, wird aber noch einiges an Zeit vergehen. Immerhin wurden die Abkommen zwischen Hulu und den Großkonzernen wie Walt Disney oder Fox erst vor einigen Monaten erneuert. Allerdings steht derzeit noch ein kleines Fragezeichen hinter den neuen Verträgen. Es wäre nämlich durchaus vorstellbar, dass einige der TV-Konzerne die Zusammenarbeit nur unter einer Bedingung – nämlich dass eine Provision ausgezahlt wird – bestätigt haben. Dies hätte logischerweise dann auch wieder Auswirkungen für die Nutzer. In einem solchen Fall müssten die Zuschauer nämlich eine Gebühr in unbekannter Höhe an den Fernsehanbieter bezahlen, damit der Service von Hulu genutzt werden darf. Sofern es tatsächlich eine solche Vereinbarung bei Vertragsabschluss gegeben hat, gilt dies auch wenn der Besitzer Google, Yahoo oder Microsoft heißt. Natürlich wurde von mehreren amerikanischen Tageszeitungen und interessierten Online-Redakteuren bei allen – angeblich – beteiligten Unternehmen nachgefragt. Der mögliche Verkäufer – Hulu – wollte sich zu einer möglichen Übernahme durch einen dieser Großkonzerne nicht näher äußern.
Von den beiden Suchmaschinenbetreibern Yahoo und Google kam bisher noch nicht einmal eine Reaktion zurück. Lediglich eine Microsoft-Sprecherin war da schon etwas gesprächsbereiter. Diese schien aber nicht über den aktuellen Stand der Dinge informiert gewesen zu sein, weshalb eine offizielle Bestätigung der Verhandlungen immer noch aussteht. Es kann also in der nächsten Zeit noch weiter spekuliert werden, ob und welches dieser Unternehmen tatsächlich an einer Übernahme von Hulu interessiert ist. Unklar ist bisher auch noch, in welcher Höhe der mögliche Verkaufspreis liegen dürfte. Mehrere Experten gehen davon aus, dass der potentielle Käufer eine Summe zwischen 1,3 und 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch legen muss. Auch wenn sich dieser Betrag für die meisten Menschen wohl astronomisch hoch anhört, könnte sich eine Übernahme nach einiger Zeit auf jeden Fall rentieren. Sollte eine Übernahme wirklich stattfinden, so könnte der neue Besitzer – wohl Google, Yahoo oder Microsoft – den Hulu-Dienst eventuell sogar ausweiten. Eventuell werden dann auch Verträge mit europäischen Fernsehanbietern geschlossen, so dass dann zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise sogar die deutschen Nutzer von diesem Service profitieren könnten.


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