
Falls ihr Facebook noch nicht aufgegeben habt, dann ist es Zeit einen zweiten Blick auf die neuen Privatsphäre-Einstellungen zu werfen, die nun nicht mehr wie ein riesiges Labyrinth daherkommen. Hier sind die Infos, wie man mit dem neuen System zurechtkommt.

Nach einem monatelangen Trauerspiel um den Datenschutz hat Facebook es auf sich genommen die Privatsphäre-Einstellungen umzugestalten, damit man sie einfacher und schneller konfigurieren kann. Obwohl die neuen Einstellungen definitiv einfacher zu benutzen sind, hat Facebook ein paar Überraschungen eingestreut, mit denen die Datenschutzbewussten womöglich nicht allzu glücklich sind. Dummerweise bringt Einfachheit auch einen Mangel an Kontrolle. Facebook hat es noch so eingerichtet, dass die Kontrolle auf Kosten der Einstellungen der öffentlichen Informationen gekürzt wurde.
Anmerkung:
Die neuen Privatsphäreneinstellungen von Facebook wurde für die Benutzer nicht schlagartig sondern über eine Periode von ein paar Wochen hinweg eingeführt, also haltet auf eurer Facebookseite Ausschau nach einem Hinweis zur Privatsphäre. Sobald ich die Einstellungen auf meinem eigenen Konten ausführlich getestet habe, werde ich einige Empfehlungen veröffentlichen.

Kontrollieren doppelt, was ihr für andere Leute freigebt
Anstatt eine ganzen Menge verschiedener Inhaltskategorien zur Auswahl anzubieten, wurden einige der vorherigen Kategorien zusammengefasst. Zum Beispiel sind Beiträge, Statusmeldungen und Fotos jetzt alle in einer Kategorie und man kann sich aussuchen, ob man diese Informationen für Alle, Freunde von Freunden oder nur für Freunde freigibt.
Es gibt ein paar praktische Schnelleinstellungen auf der Seite, die es einem erlauben alle Kategorien auf sichtbar für „Alle“ oder „Freunde von Freunden“ zu setzen, ebenso wie eine von Facebook empfohlene Schnelleinstellung, die oben abgebildet ist. Natürlich kann man diese nach seinen eigenen Wünschen anpassen, und eine eigene Privatsphäre-Einstellung für jede Kategorie konfigurieren. Ein nettes grünes Häkchen zeigt an, welche Auswahl aus der Seitenleiste man im Moment benutzt. Das macht es ziemlich einfach zu überblicken, welche Informationen man freigibt.
Informationen über das Verzeichnis
Das Unternehmen hat (scheinbar) auf Kritiken über Angaben, die automatisch veröffentlicht werden, reagiert (wie zum Beispiel die eigenen Seiten und Freundeslisten). Wenn Leute nach euch suchen, können sie euren Namen, euer Profilbild, euer Geschlecht und eure Netzwerke sehen, so dass man bei einer Suche schnell und einfach feststellen kann wer ihr seit. Und ihr habt keine Wahlmöglichkeit in Hinsicht auf diese Informationen. Ihr könnt auswählen wer euch finden darf, euch Freundschaftsanfragen oder Nachrichten senden, eure Freundesliste, Ausbildung und Arbeitsstelle, aktuelle Stadt und Wohnort, und Interessen/andere Seiten sehen kann. Man muss schon sagen, dass die „vereinfachten“ Einstellungen immer noch eine Menge Arbeit bedeuten.
Anwendungen
Hier haben die Facebook-Leute anscheinend das „Opt-Out“-Prinzip statt wie von den meisten gewünscht „Opt-In“ im Bezug auf den Zugriff von Anwendungen und Webseiten auf eigene Informationen beibehalten zu haben. Dennoch, es ist auch hier wiederum einfacher – jetzt ist es nur eine Option, anstelle von vielen. Ihr könnt Anwendungen ansehen, unerwünschte Anwendungen entfernen, oder alle Anwendungen komplett abstellen.
Standardmäßig haben Anwendungen Zugriff auf alle Informationen, die auf öffentlich gesetzt sind (das heißt Informationen, die durch Suchvorgänge gesehen werden können und Informationen die auf „Für alle sichtbar“ gesetzt sind) und Anwendungen fragen nach euer Erlaubnis, private Angaben sehen zu dürfen, wenn sie installiert werden. Also wieder ist es irgendwie eine Verbesserung, aber es scheint, als ob sie versuchen wollten nichtsahnende Benutzer über's Ohr zu hauen, indem sie alles so einstellen, dass man es explizit abwählen muss. Das ist ein wichtiger Kritikpunkt der letzten paar Monate, den Facebook einfach ignoriert zu haben scheint.
Blockierlisten
Schließlich kommt noch die Blockierlisten, die bereits ziemlich einfach waren und lediglich als eine separate Einstellung beibehalten wurden. Von hier aus könnt ihr Freunde und Anwendungen sperren. Auf diese Weise werdt ihr deren Nachrichten weder in den Neuigkeiten noch sonst irgendwo sehen.
Was hat sich nicht verändert?
Es gibt einige Dinge, die immer noch da sind, und die jedem, der schon mal einen Blick auf die Privatsphären-Einstellungen geworfen hat, bekannt vorkommen sollten. Man kann seine Einstellungen immer noch für jeden Beitrag einzeln ändern, so dass bei einem Statusupdate einstellen kann, dass es nur Freunde sichtbar sein soll. Auch wenn es standardmäßig auf öffentlich eingestellt ist. Einfach das Schlosssymbol unter der Statusbox anklicken. Außerdem kann man regulieren, wer Fotos und Beiträge, in denen ihr getaggt wurdet, sehen kann. Aber ihr könnt weiterhin die Leute nicht davon abhalten euch zu taggen (was auch schon immer ein wesentlicher Kritikpunkt war).
So sieht es nun aus. Es wurde versucht auf die Kritik einzugehen, aber meines Erachtens zu oberflächlich. Teilt mir in den Kommentaren mit, was ihr über die Veränderungen denkt.


Kommentare
Das war doch zu erwarten. So einfach lassen die Jungs nicht los. Die persönlichen Daten der Facebook-Nutzer ist doch ihr tägliches Brot.
Ich für meinen Teil hab mein Konto mit meinem echten Namen gelöscht (bzw warte noch darauf) und mir ein neues angelegt in dem ich erst gar keine persönlichen Daten reinhaue, worauf ich sonst eigentlich immer achte ...eigentlich…
Hast du es richtig gelöscht oder nur deaktiviert? Hat bei mir lange gedauert, die "richtige" Löschfunktion zu finden.
Ich hoffe doch das es die richtige Löschfunktion war ;) Dieser Link. Erst 2 Wochen lang deaktiviert und dann wird es gelöscht.
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