
Zwar haben die Mitglieder der Hackergruppe LulzSec vor einiger Zeit ihr Treiben eingestellt, dennoch wird dies für die meisten Personen aus diesen Kreisen ein teures Nachspiel haben. Mitte dieser Woche wurde im amerikanischen Bundesstaat Arizona ein Mann festgenommen, der an zumindest einer Hackaktion beteiligt gewesen sein soll. Nachdem gegen den Mann bereits Anfang des Monats Anklage erhoben wurde, konnte er vor kurzem vom FBI in Gewahrsam genommen werden. Ende Mai startete die Gruppierung eine organisierte Aktion gegen Sony Pictures Entertainment. Die verhaftete Person soll als einer der Drahtzieher fungiert haben. Wie auch bei vielen weiteren Angriffen — ob der Beschuldigte auch mit anderen Taten in Verbindung gebracht werden kann, steht noch nicht fest – machten sich die Hacker auf die Suche nach einer Lücke im System, stahlen persönliche Informationen und stellten diese kurze Zeit später im Internet online. Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch immer nicht fest, wie groß das Ausmaß der Tat tatsächlich ist. Warum es mehr als drei Monate in Anspruch genommen hat, um die Identität der Person festzustellen, ist leicht erklärt. Um der Polizei nicht ins Netz zu gehen, setzte der Tatverdächtige einen Proxy-Server auf, so dass ein Nachweis der Tat scheinbar unmöglich schien. Zusätzlich wurden sämtliche Daten der verwendeten Festplatte unwiderruflich in den Papierkorb befördert.
Mittlerweile zieht sich die Schlinge um den Hals des Angeklagten immer enger, was eine baldige Verurteilung relativ wahrscheinlich erscheinen lässt. Im schlimmsten Fall muss das LulzSec Mitglied mit einer Haftstrafe von 15 Jahren rechnen. Über den Twitter-Account der Hackergruppe kann man regelmäßig über die aktuellen Machenschaften lesen. Nach dem Angriff auf Sony Pictures brüstet man sich natürlich damit, dass Daten von insgesamt mehr als einer Million registrierter Nutzer sowie Administratoren-Daten gestohlen wurden. Neben E-Mail Adressen und Passwörtern befanden sich unter den entwendeten Informationen auch Telefonnummern und Anschriften der betroffenen Kunden. Dem Unternehmen selbst, liegt dieser Fauxpas – immerhin wurde all diese Daten ungeschützt auf einem Server abgelegt – wohl noch immer schwer im Magen. Manche der Kunden, deren persönliche Daten gestohlen wurden, erging es dabei aber noch schlimmer. Im Internet fand sich für einige Zeit eine Liste, in der mehrere tausend Datensätze für JEDEN Internet-Nutzer einsehbar waren. Offiziell wurden die „Arbeiten“ von LulzSec per Ende Juni zur Gänze niederlegt. Dennoch konnten es sich die Mitglieder scheinbar nicht verkneifen, einen weiteren Angriff auf die News Corporation durchzuführen. Seither herrscht zwar Funkstille, die Liste der geschädigten Webseiten und Unternehmen ist aber scheinbar endlos lang.
Neben Sony waren unter anderem auch Nintendo, Sega, einige US-Sender und Sicherheitsunternehmen von den hinterhältigen Attacken betroffen. Neben LulzSec hat sich in der Vergangenheit auch vor allem die Aktivistengruppe Anonymous unliebsam bei einigen Unternehmen vorgestellt. Auch wenn es keine offizielle Bestätigung gibt, gilt es als äußerst wahrscheinlich, dass die beiden Gruppen in direkter Verbindung stehen. Bereits einen knappen Monat nach der Beendigung der Taten konnte das FBI die ersten Erfolgsmeldungen verzeichnen. 14 Personen, alle mutmaßliche Mitglieder von Anonymous wurden in den USA und Teilen Europas dingfest gemacht.


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