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Microsoft verkündet: Hotmail heißt jetzt Outlook



Update : Outlook.com hat bereits in weniger als einem Tag mehr als 1 Million Mitglieder für sich gewonnen.
Wenn man schon längere Zeit mit dem Internet zutun hat, war die erste eigene Email Adresse sehr wahrscheinlich Hotmail. Der Dienst wurde nämlich bereits im Internet Mittelalter, im Jahre 1996 gegründet und im darauf folgenden Jahr von Microsoft übernommen; seitdem hat es unzählige Änderungen erfahren. Jetzt führt Microsoft die bisher radikalste Änderung in der 16 jährigen Geschichte des Emaildienstes durch.

Als erstes ist die Marke Hotmail nun Geschichte. Microsoft formiert den Dienst unter dem Banner von Outlook neu und nennt ihn jetzt Outlook.com. Die Seite von Hotmail existiert noch und die Nutzer müssen den Wechsel – noch – nicht mitmachen, aber die Botschaft ist klar: in Zukunft heißt jeder Emaildienst von Microsoft Outlook. Man kann seine Hotmailadresse noch behalten und sie sogar benutzen (denn sie ist ja die Adresse, die alle Freunde und Familienmitglieder kennen) aber der Account heißt jetzt Outlook.com.

Email Werbung nach Microsoft Art        
Auch das Geschäftsmodell von Hotmail wird entsorgt. Hotmail hat sich dadurch von anderen kostenlosen Emaildiensten wie Gmail unterschieden, dass es Werbeanzeigen in die Seite eingebaut hatte, die die Nutzer gezwungenermaßen ansehen mussten. Diese Werbeanzeigen waren zwar eine (kleine) Einnahmequelle für Microsoft, haben den Dienst aber auf vielfältige andere Arten zurückgeworfen. Hierbei ist besonders erwähnenswert: Hotmail hat sich erst spät – und sehr widerstrebend -  zu Email Apps für das Smartphone durchgerungen, denn seit es diesen Service anbietet sind die Werbeanzeigen auf dem Display nicht mehr zu sehen.
Aber jetzt schiebt Microsoft diese Werbeanzeigen, wörtlich genommen, zur Seite und ersetzt sie durch auf Schlüsselwörtern basierende Werbetexte auf der rechten Seite des Message Boards ähnlich wie bei Google. Diese Anzeigen sind auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten, da sie dessen persönliche Daten nutzen; und wenn man eine der Nachrichten anklickt werden sie sogar noch mehr auf einen zugeschnitten.

Man könnte jetzt sagen: „aber es sind doch genau diese Anzeigen, deren Schaltung Microsoft Google immer vorgeworfen hat.“ Das ist wahr, aber Microsoft hat sich selbst einen Persilschein ausgestellt: es wird mit den Anzeigen in einer Nachricht nur dann „dienen“, wenn diese ein Newsletter oder andere Art „offizieller“ Kommunikation ist (wie zum Beispiel eine Nachricht von der Bank). Bei privaten Emails verschwinden die Anzeigen irgendwo anders hin.

Neue Eigenschaften  
Eine der interessantesten neuen Eigenschaften von Outlook ist die Integration sozialer Netzwerke. Outlook zeigt die letzten Tweeds und Facebook Updates von jeder Person, mit der man schreibt, und zusätzlich Links zu anderen Profilen. Man kann sogar direkt aus dem Programm heraus den „Gefällt mir“-Button drücken, Kommentare abgeben und auf Tweeds und andere Nachrichten antworten. Das alles geht natürlich nur wenn man Outlook erlaubt bei jeder der eigenen Aktionen nach öffentlichen Bezügen zu suchen; diese Einwilligung kann man später wieder zurückziehen.

Bei einer von Microsoft freundlicherweise ermöglichten Vorbesichtigung konnte man das  Aussehen und die Eigenschaften des neuen Outlook ausprobieren und es ist anscheinend gut angekommen. Manche bewundern die Kühnheit von Microsoft, sowohl den Namen Hotmail als auch das bestehende Geschäftsmodell zu entsorgen. In einem Jahr voller kühner Schachzüge des Unternehmens war dies zwar nicht der größte, aber doch fühlen sich beide Schachzüge richtig an.

Ein ordentliches Interface  
Das strenge, von der Farbe blau dominierte Design von Outlook hat einen hohen Wiedererkennungswert für jeden, der schon einmal ein Windows Phone oder Windows 8 gesehen hat, außerdem wirkt es beruhigend (Hotmail war dagegen immer der schrillste der drei großen Emaildienste). Und man kann die blaue Farbe jederzeit gegen eine andere austauschen. Zwei großartige Merkmale des neuen Designs: 1. Es hält alles schon ordentlich, denn es bietet (sofern man nichts anderes ausgewählt hat) nur eine Aktion an – nämlich die eine neue Nachricht zu verfassen. Und 2. das Layout ist verglichen mit Gmail ziemlich straff; es hat so wenig „Bling-Bling“, Navigationselemente und leeren Raum am Seitenanfang wie möglich. Der User möchte ein Emailprogramm, also bekommt er ein Emailprogramm; außerdem bleiben die Dateien von Hotmail (im Gegensatz zu denen von Gmail) erhalten.

Wenn man aber das Layout hinter sich gelassen hat wird einem schnell klar, dass das eigentliche Senden und Erhalten von Emails ziemlich unverändert geblieben ist. Aber bei der Preview ist auch aufgefallen, dass die Nachrichten etwas langsamer eingehen als bei Hotmail. Das mag am Vorführeffekt gelegen haben, es kann aber auch gut möglich sein, dass Microsoft hier später noch etwas nachbessern muss.

Es ist zu erwarten, dass man dem Programm den Windows Live Manager zuschalten kann damit man jederzeit anfangen kann zu chatten. Des Weiteren soll laut Microsoft bis zu seinem Erscheinen auch Skype zuschaltbar sein (zur Zeit der Previews ging das noch nicht).Wenn dann auch Skype in das Programm integriert ist kann man direkt aus einer Email heraus eine Unterhaltung via Skype starten. Wenn Microsoft dann schließlich Yammer übernommen haben wird, wird dasselbe auch mit diesem Dienst klappen.

Hotmail hinter sich lassen 
Hotmail war lange der „Star“ und ein gut gehütetes Geheimnis in Bezug auf Microsoft. Nach einer langen Zeit der Vernachlässigung hat es sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt. Das wurde dadurch erreicht, dass man die besten Eigenschaften der Konkurrenz kopiert und gleichzeitig die Eigenschaften, die die Fans des klassischen Emailservers zufrieden machen (wie das Neuarrangieren durch nur einen Klick), beibehalten hat. Deshalb ist Hotmail laut comStore mit seinen 350 Millionen Usern immer noch der größte internetgestützte Emaildienst.

Der Übergang zu Outlook könnte für diese Nutzer ein Schock sein; aber wenn sie sehen was Microsoft zu bieten hat vielleicht ein positiver. Der Emaildienst von Microsoft war nie zuvor so aufgeräumt und benutzerfreundlich – und hat niemals eine so große Ähnlichkeit mit Gmail gehabt. Das Fehlen von jeder Art Durcheinander gefällt genauso wie das Entfernen von Dingen wie dem großen „SkyDrive“ – Symbol am Seitenanfang.

Aber das, was Outlook wirklich glänzen lässt sind die Unterschiede. Die Integration der sozialen Netzwerke ist eine großartige Idee. Wenn man mit jemandem über Email kommuniziert sind die Dinge, die diese Person in sozialen Netzwerken teilt, besser nachzuvollziehen als die Dinge, die man zufällig durch einen Newsflash mitbekommt. Wenn man Mitten im Satz merkt, dass es eigentlich besser wäre mit der Person zu sprechen nutzt man einfach Skype.

Durch solche Eigenschaften ist der Emaildienst von Microsoft viel besser geworden, wenn es nicht sogar auf vielfältige Weise dem Gmail überlegen ist. Wenn die Nutzer etwas daran stört, dann wahrscheinlich die namentliche Erwähnung von Outlook im Titel. Diese Marke hat viele Nutzer gegen sich aufgebracht und viele Menschen fürchten insgeheim allzu schnelle Veränderungen. Aber in diesem Fall verändert sich alles wenigstens zum Besseren.
4413 Mal gelesen
+3
3. Aug 2012, 12:20

Kommentare

(3)
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Klener 3. Aug 2012, 13:12

Guter Beitrag, Danke!

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HigHDefinition 3. Aug 2012, 13:31

Immer wieder gern. :)

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Norman 5. Jul 2013, 12:52

Ich denke mitlerweile, dass Outlook.com zwar anfangs eine große Welle gemacht hat. Ich denke das Gmail.com, Emailn.de sowie die Dienste der United Internet weiter an Boden gewinnen werden...Warum sollte Outlook nicht auch den selben Ruf bekommen wie Hotmail...nur weil die Spammer jetzt einen anderen Namen bekommen?..


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