Wie die Financial Times berichtet, möchte die Deutsche Telekom, neben Telefónica und France Telecon, Google für das entstehende Datentranfervolumen von YouTube zur Kasse bitten.
Alle drei Unternehmen sind sich in dieser Sache einig. Das Bandbreitenhungrige Angebot von Google soll nach Wünschen der Unternehmen in Zukunft nicht mehr kostenlos durch deren Zugänge ausgeliefert werden. Teilweise verursachte wohl gerade YouTube einen enormen Anstieg der Datentransfervolumen der Kunden.
Argumentiert wird mit der Tatsache, dass Millionen Euro ausgegeben werden, um die Infrastruktur zu verbessern und höhere Bandbreiten zu ermöglichen. Einer der Führungsebene von Telefónica sagt sinngemäß: "Diese Leute (Google) nutzen die Netzwerke und bezahlen niemanden dafür."
Das Problem dabei ist schlicht und einfach, dass es alle anderen genauso machen. Deshalb erwarten die Unternehmen wohl auch, dass sich die Regulierungsbehörden der Länder einschalten. Und die lieben Köpfe der Telekommunikationsriesen setzen noch einen drauf. Man möchte sich am Liebsten noch mit denen verbünden, für die Google News ein Dorn im Auge ist. Werden die teuer eingekauften News doch einfach so durch Google benutzt um sein eigenes Google News laufen zu lassen.
Aus den Reihen der France Telecom kam frei übersetzt folgendes: "Lassen Sie uns die Entwicklung der digitalen Gemeinschaft in Gewinner und Opfer einteilen. Heute ist Google der Gewinner während Inhalte-Anbieter und Internetprovider die Opfer sind. Das können wir so nicht akzeptieren!"
René Obermann von der Deutschen Telekom geht wenigstens noch etwas weiter. Er spricht von Google und anderen, die für die Auslieferung der Daten an Ihre Kunden bezahlen sollten. "Wir können unser Netzwerk nicht kostenlos anbieten." Sagt er.
Das tut weder die Deutsche Telekom noch deren Mitstreiter. Die Kunden zahlen für einen Zugang ins Internet. Und das in der Masse als Flatrate, soviel und solange man möchte. Man könnte Google jetzt vorwerfen, dass es doch irgendwie schon fast "gemein" ist, dass Sie soviel Geld verdienen, aber mehr auch nicht.
Die Forderung der Telekommunikationsriesen ist in meinen Augen blanker Hohn. Versuchen kann man es ja mal, aber man sollte es lieber nicht tun. Wenn es danach geht, dann sollte der Staat doch mal darüber nachdenken, ob die Dienstwagen der Deutschen Telekom vielleicht einen Wegezoll für jeden gefahrenen Kilometer bezahlen sollten. Schließlich erwirtschaftet auch die Deutsche Telekom viel Geld und dann wäre es doch nur logisch, dass man die Strassen für dieses Unternehmen auch nicht mehr kostenlos anbieten kann, oder?
(Zum 1. April gab es auf einem YouTube-Konkurrenten für Erwachsenenfilme einen Aprilscherz, der genau das obige Szenario wiedergegeben hat. Dort war es aber noch ein Aprilscherz, diese Meldung soll wirklich stimmen.)
Was meint Ihr dazu?


Kommentare
Danke für die tolle Information, ich stimme dir voll und ganz zu, dass dies so nicht kommen soll! Das wäre armselig, wenn die Provider das wirklich nötig hätten. sie sollten einfach mal ihre eigene Netzstrategie überdenken und sich nicht daraufverlassen, dass sie vom Staat/ anderen Unternehmen finanziert werden.
Meiner Meinung nach ziemlich lächerlich und ein weitere Versuch einfach «irgendjemandem» noch etwas Geld aus der Tasche zu ziehen, nicht das Google dadurch arm dran währe, aber schließlich bezahlt Google seine Server und die Anbindung ans Netz und wir bezahlen unseren Teil um auf diese Server zugreifen zu können, der Vergleich mit den Straßen trifft passt wie die Faust aufs Auge.
Und wen es stört das Google seine News im Index listet, dem steht es frei seine Seiten aus der Google Suche herauszunehmen, aber da sie genau wissen wieviel Besucher von Google kommen ignorieren sie diese Möglichkeit lieber, stattdessen wird nur wieder nach noch mehr Geld geschrieen…
Meine Meinung dazu ist das die verlierer in diesem Big Game sich nur am großen Player Google ne scheibe abschlagen wollen. Über Datenschutz will ich hier nicht genauer eingehen, aber als das mit Analytics durch die Medien ging, wurden auf einmal Nationale Deutsche Unternehmen als alternative Lösung empfohlen (die nicht gerade günstig ist) Daher vermute ich auch das es von den Unternehmen die wenig vom Traffic abbekommen sich zusammenschließen und an Google rumhacken.
Ich bin kein Google fan aber sehe das objektiv, den Google ist auch kein Engel und keiner weiß was Google mit den ganzen Daten anstellt.
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