Die Bundesregierung hat der Internet-Branche ein Ultimatum gestellt, um die an cyber-kriminellen Aktivitäten beteiligten „Zombie“-Computer zu identifizieren, bevor rechtliche Schritte eingeleitet werden.

Die Internet Industry Association — deren Mitglieder die wichtigsten Internetanbieter Optus, Telstra, Vodafone, AAPT, Virgin und Hutchison 3G sowie Industriegrößen wie Facebook, Google und Microsoft umschließen – ist derzeitig damit beschäftigt, eine Industrierichtlinie zu verfassen, die dieses Jahr in Kraft treten soll.
Dieser Schritt basiert auf der Information, dass Australien über die weltweit drittmeisten „Zombie“-Computer verfügt, die mit bösartiger Software ausgestattet sind und andere PCs angreifen, Spam versenden, Kinderpornografie speichern oder die Identität des Nutzers stehlen können.
Eine Entwurfskopie der freiwillig zu befolgenden Richtlinie erklärt, dass die Inernet-Dienstanbieter die betroffenen Computer identifizieren sollen und versuchen sollen deren Nutzer per Telefon oder Email zu kontaktieren.
Sie schlägt vor, dass die Anbieter einen „Missbrauchsplan“ einsetzen, um die Geschwindigkeit des infizierten Computers zu drosseln oder das Kennwort der Nutzer zu ändern, damit diese sich mit dem Service-Center des Anbieters in Verbindung setzen müssen.
„(Eine weitere Möglichkeit wäre,) den Kunden einen Zeitrahmen für Abhilfe schaffende Maßnahmen zur Verfügung zu stellen und den Service bei Nichterfüllung einzustellen.“
Die Richtlinie legt fest, dass die Anbieter den Internetzugang nur in „äußerst extremen Fällen“ sperren soll, z. B. wenn sich ein Kunde weigert eine Anti-Virus-Software zu installieren oder wenn eine Menge an Spam, der vom Computer eines Kunden versendet wird, das Netzwerk blockiert.
Ein globaler Bericht des Sicherheitstechnik-Riesens McAfee deckte im vergangenen Jahr auf, dass die meisten von Spam-Versendern kontrollierten „Zombie“-Computer in den USA und in China stehen, Australien hat diesbezüglich jedoch mittlerweile den dritten Platz belegt. „Damit ist das Land 'Down Under' ein fruchtbarer Boden für die Zombie-Rekrutierung“, schreibt der Bericht.
Es wird davon ausgegangen, dass Australien für weltweit 6,3% der „neuen Zombies“ verantwortlich ist. Der Zuwachs in den USA beträgt im Vergleich 18%, während China 13,3% ausmacht. Vor nur zwei Jahren, war Australien noch nicht einmal unter den Top 10 der Länder, die im McAfee-Report auftauchten.
Der freiwillige Kodex der Internetbranche wird durch das „Federal Department of Broadband, Communications and the Digital Economy” vorangetrieben. Die Behörde erklärte bei einer parlamentarischen Untersuchung der Cyber-Kriminalität, dass die freiwillige Richtlinie schneller eingeführt werden kann, als gesetzliche Vorschriften.
„Wir haben stets gesagt, dass die Regierung über strengere Optionen nachdenken muss, wenn dieser Schritt nicht erfolgreich ist, denn es handelt sich um ein schwer wiegendes Problem“, sagte Keith Besgrove, der erste Geschäftsführer der Digital Economy Services Division.
„Das ist verdammt gefährlich und wir müssen etwas dagegen tun.“


Kommentare
Die Idee ist eigentlich nicht schlecht. Schließlich darf auch kein Auto bewegt werden, das kein TÜV hat. Und dafür ist der Besitzer verantwortlich. Wieso soll es dann bei Computer die online sind anders sein?
Ich finde die Idee einfach großartig. Solche Maßnahmen könnten sehr hilfreich sein, um die Botnets aus dem Netz zu vertreiben.
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